In Zell am See richtet sich der Blick auf die Salzburger Landespolitik: Wolfgang Mayer soll am Mittwoch, dem 4. November 2026, zum neuen ÖVP-Landeshauptfrau-Stellvertreter sowie zum Landesreferenten für Verkehr, Budget und Gesundheit gewählt werden. In der Landesregierung Edtstadler würde er damit Stefan Schnöll als Landeshauptfrau-Stellvertreter nachfolgen.

Für Mayer wartet vor allem im Gesundheitsbereich viel Arbeit. Als neuer Gesundheitslandesrat übernimmt der 47-Jährige ein Ressort, das mit 1,35 Milliarden Euro der größte finanzielle Posten im Landesbudget ist. Salzburgs Spitäler kämpfen zugleich mit fehlenden Fachkräften und hohem Spardruck. Dazu kommt Reformbedarf, insbesondere im Süden des Landes. Der Neubau der Onkologie soll im Frühjahr 2027 bezogen werden.

Vom Landtagsklub ins Gesundheitsressort

Wolfgang Mayer, geboren am 22. Dezember 1978 in Oberndorf, ist österreichischer ÖVP-Politiker und Landesgeschäftsführer der Salzburger Volkspartei. Seit 2013 sitzt er im Salzburger Landtag. Am 19. Juni 2013 wurde er nach seiner Kandidatur für die ÖVP bei der Landtagswahl angelobt.

Im ÖVP-Landtagsklub war Mayer Bereichssprecher für Sicherheit, Wohnen und Raumordnung sowie Rettungswesen. Anfang Februar 2021 folgte er Daniela Gutschi als Klubobmann nach, nachdem sie als Landesrätin in die Landesregierung Haslauer jun. II gewechselt war. Von Februar 2021 bis Oktober 2026 stand er an der Spitze des ÖVP-Landtagsklubs. Im Oktober 2026 wurde Hans Scharfetter zu seinem Nachfolger gewählt.

Seine politische Laufbahn begann nicht erst im Landtag. Von 2003 bis 2004 arbeitete Mayer in Organisation und Marketing im Landtagswahlkampf der ÖVP Salzburg, danach war er von 2004 bis 2009 Klubdirektor im ÖVP-Gemeinderatsklub. In den Jahren 2008 und 2009 leitete er zusätzlich den Wahlkampf der ÖVP Stadt Salzburg und von Bürgermeisterstellvertreter Harald Preuner. 2009 wurde er Büroleiter im Büro von Stadträtin Claudia Schmidt, anschließend war er bis 2011 Politischer Direktor der ÖVP Salzburg. Seit 2011 ist Mayer Landesgeschäftsführer der Salzburger Volkspartei.

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Im Jänner 2025 kündigte Mayer nach dem angekündigten Rückzug von Landeshauptmann Wilfried Haslauer junior an, sein Amt als Generalsekretär der ÖVP Salzburg zurückzulegen. 2024 war ihm die Polizei nach einer Fahrt mit seinem Pkw in Schlangenlinien den Führerschein abgenommen; den Alkotest hatte er verweigert.

Aus Faistenau nach Lyon

Mayers Schulweg begann 1985 mit der Volksschule in Faistenau. 1989 wechselte er an das Kollegium Borromaeum Salzburg, im Mai 1997 legte er dort die Matura mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Im September und Oktober 1997 absolvierte er einen Intensivsprachkurs in Granada.

Ab 1998 studierte Mayer Politikwissenschaft und Geschichte an der Paris Lodron Universität Salzburg. Im Februar beziehungsweise März legte er die Diplomprüfungen in Geschichte und Politikwissenschaft mit Auszeichnung ab. Seit 1998 ist er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KÖHV Rheno-Juvavia Salzburg im ÖCV. 2001 bis 2002 setzte er sein Politikwissenschaftsstudium am Institut d’Études Politiques de Lyon der Universität Lyon II fort. Im Mai 2003 wurde ihm am Salzburger Institut für Politikwissenschaft der akademische Grad Mag. phil. verliehen, im Dezember 2003 erhielt er ein Leistungsstipendium der Universität Salzburg.

„Zukunft Gesundheit“ soll bis 2040 denken

Parallel zu Mayers bevorstehender Ressortübernahme läuft im Land bereits ein größer angelegter Prozess. Die Salzburger Landesregierung startete im Mai 2026 das Projekt „Zukunft Gesundheit“, um die Spitalsversorgung weiterzuentwickeln. Ein Expertengremium unter der Leitung von Dr. Franz Harnoncourt soll der Politik Vorschläge und konkrete Maßnahmen vorlegen.

Vertreten sind Fachleute aus Spitälern, Ärzteschaft, Pflege, Universität und Sozialversicherungen. Bis 2028 sollen fundierte Empfehlungen erarbeitet werden. Sie sollen zeigen, wie die Gesundheitsversorgung im Land Salzburg bis 2040 und darüber hinaus zukunftsfähig, nachhaltig und bedarfsgerecht gestaltet werden kann.

Auftraggeberin ist die Salzburger Landesregierung. Die Projektleitung liegt bei der Abteilung Krankenanstalten und Gesundheitswesen des Landes sowie bei der im Vorjahr gegründeten Gesundheitsholding. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt der Qualität und die Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten – während im Alltag der Spitäler weiterhin Personal fehlt, gespart werden muss und gerade im Süden des Landes Reformen drängen.