Rape und Mord an Kind in Indien löst Mob- und Polizeigewalt aus
Der schockierende Fall von Vergewaltigung und Mord an einem Mädchen im Osten Indiens hat weitreichende Unruhen ausgelöst, die zur lynchjustizmäßigen Tötung eines unschuldigen Mannes und zur tödlichen Festnahme des Hauptverdächtigen durch die Polizei führten.
Eine Kette tragischer Ereignisse
Die bedrückende Abfolge dieser Ereignisse macht die Probleme des Landes nicht nur mit sexueller Gewalt, sondern auch mit dem Versuch, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, deutlich.
Der erschreckende Vorfall
Am Sonntag wurde der Körper des Mädchens aus einem Teich in der Stadt Baruipur im Bundesstaat Westbengalen geborgen. Die Berichte deuten darauf hin, dass sie zwischen 11 und 12 Jahre alt war.
Ihre Familie hatte sie am Tag zuvor als vermisst gemeldet. Indische Medien berichten weitreichend, dass sie vergewaltigt wurde, unter Berufung auf Behörden.
Reaktionen und Konsequenzen
Videoaufnahmen von der Bergung des Körpers verbreiteten sich schnell in sozialen Medien und lösten weitreichende Wut und ein politisches Beschuldigungsspiel im großen Bundesstaat aus.
In der Folge trat ein wütender Mob auf die Straßen, beschädigte Geschäfte und Bahngleise. Ein Mann, der angeblich als Täter gegolten wurde, wurde von einer Menschenmenge zu Tode geprügelt, so die Behörden.
Der Ministerpräsident von Westbengalen, Suvendu Adhikari, sagte später den Reportern, dass der Mann unschuldig sei.
Ermittlungen und Reaktionen der Behörden
Adhikari sagte weiter: „Er wird ebenfalls Gerechtigkeit erfahren. Rund 200 Personen, die für die Beschädigung von Polizeifahrzeugen und Vandalismus der Bahngleise verantwortlich sind, wurden identifiziert.“
CNN kontaktierte die Polizei in Baruipur, jedoch erklärte der Anrufbeantworter, keine Kenntnis von dem Vorfall zu haben. Auch das Polizeibehördenoberhaupt der Präsidentschaftsregion, das in dem Bezirk arbeitet, wo das Verbrechen stattfand, wurde kontaktiert, erhielt jedoch keine Antwort.
Adhikari betonte weiterhin gegenüber den Reportern, dass die „Regierung und die Polizei alles Mögliche tun“, um der Familie des Mädchens Gerechtigkeit zuteilwerden zu lassen. Zahlreiche Personen wurden im Zusammenhang mit dem Tod des Mädchens festgenommen.
In den frühen Morgenstunden des Mittwochs wurde der Hauptverdächtige in dem Fall während eines Schusswechsels in Polizeigewahrsam getötet, wie der staatliche Sender News on Air berichtete.
Indiens Vergewaltigungskrise
Indien kämpft seit Jahren damit, die hohen Raten von Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, wobei zahlreiche Vergewaltigungsfälle globale Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Der Fall einer 23-jährigen Medizinstudentin im Dezember 2012, die vergewaltigt und ermordet wurde, schockierte die Nation und trieb Tausende auf die Straßen, um Gerechtigkeit und Veränderung zu fordern.
Gerechtigkeit für Nirbhaya, wie sie später genannt wurde, wurde letztlich erreicht, als alle fünf Personen, die für ihren Tod verantwortlich waren, für schuldig befunden wurden. In Reaktion darauf stärkte Indien seine Gesetze bezüglich sexueller Übergriffe, indem die Definition von Vergewaltigung erweitert und härtere Strafen für Verbrechen wie sexuelle Übergriffe, Voyeurismus und Stalking eingeführt wurden.
Trotz dieser Veränderungen bleibt Vergewaltigung im Land weit verbreitet. Opfer und Aktivisten betonen, dass die Regierung nach wie vor nicht genug tut, um Frauen zu schützen und Angreifer zu bestrafen.
Die neuesten Kriminalstatistiken der Regierung zeigen, dass Indien im Jahr 2024 insgesamt 29.536 Vergewaltigungsfälle verzeichnet hat, obwohl Aktivisten berichten, dass Übergriffe weitgehend unterreportiert werden.
Aktivisten warnen seit Jahren, dass das Problem in tiefer liegenden strukturellen Problemen verwurzelt ist, die schwerer zu lösen sind.
Die indische Gesellschaft ist oft tief patriarchalisch geprägt. Trotz der Illegalität werden Brautgelder nach wie vor häufig gefordert und akzeptiert. In vielen Familien gibt es eine starke Präferenz für männliche Nachkommen, was zur Abtreibung oder Aussetzung von Mädchen führt.
Laut dem Gender Gap Report 2025 des Weltwirtschaftsforums belegt Indien den 131. Platz von 148 Ländern hinsichtlich der Möglichkeiten, die es Frauen bietet.
Todesfälle von hochkarätigen Verdächtigen durch die indische Polizei, insbesondere in abgelegenen und ländlichen Gebieten, sind nicht selten und haben bereits früher neue Wellen der öffentlichen Empörung über das Fehlen eines effektiven und transparenten Justizsystems ausgelöst.
Der jüngste Vorfall in Baruipur ereignet sich etwa zwei Jahre nach der Vergewaltigung und Ermordung einer Medizinstudentin in der Hauptstadt Westbengalens, Kolkata, die ebenfalls weitreichende Proteste und Wut auslöste.
Die national dominierende Bharatiya Janata Party (BJP) unter Premierminister Narendra Modi übernahm kürzlich die lokale Verwaltung in Westbengalen bei einer Landtagswahl im Mai, die das 15-jährige Regime des All India Trinamool Congress beendete.
Der jüngste Mord an einem kleinen Mädchen hat einen intensiven politischen Streit zwischen den beiden Parteien entfacht, wobei der Trinamool Congress die BJP beschuldigt, nicht genug zu tun, um die Frauen und Mädchen des Bundesstaates zu schützen. Die westbengalische Regierung der BJP weist die Vorwürfe zurück.
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