Heute ist der 5.05.2026 und die Nachricht, die Krefeld erreicht hat, ist nicht gerade erfreulich. Der historische Schluff, eine Dampflok, die seit vielen Jahren durch die Region fährt und unzählige Ausflüge unternommen hat, stellt am Ende der laufenden Saison seinen Betrieb ein. Dies wurde am Dienstagmittag von SWK Mobil mitgeteilt. Guido Stilling, Chef der SWK Mobil und technischer Geschäftsführer des Vereins „Schluff und historische Verkehrsmittel“, erklärte, dass der Betrieb wirtschaftlich alternativlos sei. Es ist eine traurige, aber notwendige Entscheidung, denn die hohen Sonderkosten, die mit dem Betrieb verbunden sind, machen es einfach nicht mehr rentabel. Die Dampflok Graf Bismarck kann nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, was das Ende einer Ära bedeutet.
Ein entscheidender Punkt für die Schließung sind die exorbitanten Kosten für die letzte Hauptuntersuchung, die vor vier Jahren sage und schreibe 800.000 Euro gekostet hat. Diese Summe wurde durch ein hohes Darlehen der SWK Mobil finanziert, das noch abbezahlt wird – ein schwerer Ballast für die Verantwortlichen. Doch keine Sorge, der Schluff bleibt in Krefeld! Er wird im Lokschuppen an der St.-Töniser-Straße stehen und kann von neugierigen Besuchern besichtigt werden. Weitere Informationen dazu sollen in Kürze folgen.
Ein Blick auf die Historie und die Zukunft des Schluff
Der Schluff ist nicht nur eine Dampflok, sondern ein Stück Geschichte. Wer hätte gedacht, dass zwischen St. Tönis und Hülser Berg, wo der Schluff regelmäßig seine Fahrten anbot, so viele Erinnerungen entstanden sind? An jedem Sonntag zwischen dem 1. Mai und dem 30. September war der Zug voll besetzt – Familien, Kinder und Eisenbahnfans standen Schlange, um ein Ticket zu ergattern und die charmante Dampflok zu erleben. Die Preise waren fair: Erwachsene zahlten 9,00 Euro für eine einfache Fahrt und 16,00 Euro für Hin- und Rückfahrt, während Kinder den gleichen Preis wie die Erwachsenen für die einfache Fahrt zahlten. Ein Familienticket für bis zu fünf Personen kostete 35,00 Euro und machte die Ausflüge für viele erschwinglich.
Zusätzlich gab es den Kesselwagen, der am 17. Juli 2025 verladen wurde. Dieser diente zur Wasserversorgung der Dampflok, da entlang der Strecke keine stationäre Wasserversorgung vorhanden war. Der Kesselwagen, ein Leichtbaukesselwagen Uerdingen aus dem Jahr 1943, war ein beeindruckendes Stück Technik – 300 hl (30.000 l) Wasser konnte er transportieren. Er wurde auf dem dritten Gleis in St. Tönis stationiert, um während der Mittagspause Wasser in die Dampflok zu pumpen. Doch mit der Sperrung des dritten Gleises wurde auch der Kesselwagen überflüssig.
Die Herausforderungen der Dampflok Graf Bismarck XV
Die Dampflok Graf Bismarck XV selbst hatte in den letzten Jahren ihre Kämpfe. Ihre Reparatur wurde am 28. November 2024 abgeschlossen, nachdem sie wegen Problemen mit dem Druck im Kessel und undichten Stehbolzen in die Werkstatt musste. Die Reparatur war umfangreich und beinhaltete das Entfernen und Einschweißen neuer Stehbolzen sowie die Prüfung auf Dichtigkeit und die TÜV-Abnahme. Es ist ein echtes Wunder, dass sie überhaupt noch eingesetzt werden konnte.
Wie geht es nun weiter? Die letzte Saison des Schluff ist in vollem Gange, und die Nostalgie ist spürbar. Die Fahrten werden ein letztes Mal genossen, während die Menschen die Möglichkeit haben, ihre Erinnerungen an diesen besonderen Zug zu sammeln. Krefeld und Umgebung haben nicht nur einen Zug, sondern auch ein Stück ihrer Geschichte verloren. Der Schluff wird zwar nicht mehr fahren, bleibt aber als Erinnerungsstück im Lokschuppen zurück. Wer weiß, vielleicht gibt es eines Tages eine Lösung, die es erlaubt, die Dampflok wieder in Betrieb zu nehmen. Bis dahin bleibt uns die Hoffnung und die Erinnerung.
Für alle, die den Schluff noch einmal erleben möchten, ist jetzt die letzte Chance. Vielleicht macht sich der eine oder andere auf den Weg nach St. Tönis oder zum Hülser Berg, um die letzten Fahrten zu genießen, bevor die Dampfmaschine für immer verstummt.
Für weitere Informationen über den Schluff und seine Geschichte, besuchen Sie bitte die Quelle.