Am 7. Mai kam es im Krefelder Hafen zu einem verheerenden Großbrand, der die gesamte Feuerwehr in Alarmbereitschaft versetzte. Gegen 19 Uhr brach das Feuer bei der Metallrecyclingfirma IMR aus. Der Verdacht auf die Ursache des Brandes fällt auf einen falsch entsorgten Lithium-Ionen-Akku. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte war eine massive Rauchentwicklung sichtbar, die weit über die Stadtgrenzen hinaus für Besorgnis sorgte. 700 Tonnen Metallschrott standen in Flammen, und die Feuerwehr musste mit Wasserwerfern und handgeführten Rohren gegen die Flammen ankämpfen. Aufgrund des enormen Löschwasserbedarfs kamen zwei Hochleistungswasserfördersysteme zum Einsatz.
Insgesamt waren bis zu 150 Einsatzkräfte vor Ort, unterstützt von Feuerwehrmannschaften aus Duisburg, Essen, Viersen und Mettmann. Auch das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sowie die Malteser waren im Einsatz. Die Feuerwehr musste sogar Bagger einsetzen, um den brennenden Metallschrott auseinanderzuziehen und die Glutnester zu erreichen. Durch die starke Rauchentwicklung wurden Warnmeldungen in Krefeld, Düsseldorf, Neuss, Meerbusch, Kaarst und Grevenbroich ausgelöst. Die Bevölkerung wurde per Cell Broadcast auf den Handys gewarnt und aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungsanlagen abzuschalten.
Verletzte und Verkehrseinschränkungen
Bei den Einsätzen wurden insgesamt 45 Personen an der Einsatzstelle untersucht. Drei von ihnen mussten mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, hauptsächlich wegen Rauchgasvergiftungen. Trotz der gefährlichen Situation versuchten zunächst zwölf Mitarbeiter der Recyclingfirma, das Feuer selbst zu löschen, bevor die Feuerwehr eintraf. Die Stadt Krefeld hatte bereits seit Ende 2025 Kontakt mit der IMR, um Maßnahmen zur Brandverhütung zu überprüfen. Nach diesem Vorfall wird der Druck auf die Firma sicherlich steigen.
Die Verkehrsprobleme waren ebenfalls erheblich. Die Hafenzufahrt wurde gesperrt, was dazu führte, dass Firmen im Hafengebiet erst ab 8 Uhr wieder erreichbar waren. Lastwagen, die zur Brandstelle anliefen, sorgten zusätzlich für Verkehrsbehinderungen. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen und die Polizei schließt vorsätzliche Brandstiftung sowie fahrlässiges Arbeiten aus. Erste Hinweise deuten auf eine alte Batterie hin, die möglicherweise unter dem Druck des Metalls entzündet wurde. Bei der IMR gibt es offenbar nicht ausreichende Schutzmaßnahmen, wie man jetzt feststellen muss.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Stadt Krefeld hatte bereits vor fünf Monaten einen ähnlichen Brand bei der IMR zu verzeichnen. Damals wurden Maßnahmen ergriffen, die nun wieder überprüft werden müssen. Es scheint, dass trotz Kontrollen gefährliche Gegenstände wie Lithium-Ionen-Akkus immer wieder im Schrott landen. Die Stadt macht deutlich, dass kleinere Fehlchargen je nach LKW-Ladung nur schwer zu erkennen sind. Daher werden die Endverbraucher aufgefordert, ihren Abfall ordentlich zu sortieren, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.
Die IMR hat zudem eine Anzeige nach Paragraf 15 des Bundesimmissionsschutzgesetzes beantragt, um eine bessere Kontrolle des Abfalleingangs zu ermöglichen. Geschäftsführer Marc Laumen äußerte, dass unachtsam weggeworfene Lithium-Ionen-Akkus häufig Brände auslösen. Die Kriminalpolizei ermittelt weiter zur Brandursache, Straftaten sind jedoch wahrscheinlich ausgeschlossen. Die letzten Einsatzkräfte rückten am frühen Nachmittag ab, nachdem das Feuer endlich unter Kontrolle gebracht werden konnte. Was bleibt, sind Fragen zur Sicherheit und zur Verantwortung im Umgang mit gefährlichen Abfällen.