In Innsbruck hat sich ein bemerkenswertes Kunstprojekt entfaltet, das die Sinne auf eine ganz neue Art anspricht. Die Installation „Hörverbindung zur Quelle“ ermöglicht es Besuchern, die Klänge von Innsbrucks Trinkwasserquellen zu erleben. Dieses kreative Vorhaben wurde vom Künstlerduo Experimental Setup, bestehend aus Kata Hinterlechner und Bosko Gastager, in Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol (BSVT) realisiert. Es zielt darauf ab, die Wahrnehmung von Wasser zu fördern und neue Perspektiven für Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit zu schaffen. Die Idee, die klangliche Landschaft unserer Wasserquellen zu erfassen, hat etwa zwei Jahre in Anspruch genommen, bis sie schließlich umgesetzt werden konnte.

Die Installation, die sich in einer umgestalteten ehemaligen Telefonzelle befindet, fungiert als ein begehbarer Klangraum. Hier können die Besucher akustische Aufnahmen von neun verschiedenen Wasserquellen hören. Das Besondere: Die gesamte Installation wird durch eine Photovoltaikanlage betrieben, was sie umweltfreundlich und autark macht. Nahe der Kneippanlage am Lodenareal, direkt am Innufer, wird dieses Kunstwerk nun als Teil eines inklusiven Sinnes- und Erlebniswegs präsentiert, der gemeinsam von der Stadt Innsbruck, dem BSVT und dem Behindertenbeirat entwickelt wurde.

Klanglandschaften und Inklusion

Die „Hörverbindung zur Quelle“ steht nicht nur für ein künstlerisches Projekt, sondern auch für ein ganzheitliches Konzept der Inklusion. Die Installation fördert das bewusste Zuhören und lädt Menschen dazu ein, die Bedeutung des Wassers zu reflektieren – und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Gemeinschaft. Mit der Präsentation am 2. Juni 2026 wird das 80-jährige Bestehen des BSVT gefeiert, und das Jubiläum wird genutzt, um die Arbeit des Verbands sichtbarer zu machen.

Was die Installation so spannend macht, ist die Verbindung von Kunst und Technik. Sie ist Teil eines Trends, der Klanginstallationen im öffentlichen Raum zunehmend in den Fokus rückt. Dabei werden Sensorik, Algorithmen und moderne Technologie eingesetzt, um neue Formen der räumlichen Wahrnehmung zu schaffen. Diese Entwicklungen berücksichtigen auch, wie städtische Geometrien den Klang beeinflussen – sei es durch Reflexionen an Fassaden oder durch die Absorption von Schall durch Vegetation. Die „Hörverbindung zur Quelle“ ist ein beeindruckendes Beispiel für diese Zusammensetzung von Kunst und Technologie, die auch in Innsbruck Einzug hält.

Ein Ort für Dialog und Reflexion

Die Installation wird bis 2029 zu erleben sein und bietet nicht nur ein akustisches Erlebnis, sondern auch einen Ort für Dialog. Bei einem Pressegespräch am 2. Juni 2026 um 10:30 Uhr stehen die Künstler:innen und Projektbeteiligten für Gespräche und Interviews zur Verfügung. Unterstützt von der Stadt Innsbruck, dem Land Tirol sowie den Innsbrucker Kommunalbetrieben, wird dieses Projekt von weiteren Partnern wie Innsbruck Tourismus und Telekom Austria AG gefördert, die beispielsweise die Telefonzelle kostenlos zur Verfügung stellen.

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Die Idee hinter der Umgestaltung der Telefonzelle und die Schaffung eines Klangraums ist nicht nur innovativ, sondern auch ein Schritt in Richtung mehr Teilhabe und Zugänglichkeit. Durch die Fokussierung auf das Hören statt Sehen wird es blinden und sehbehinderten Menschen ermöglicht, an der Klanglandschaft der Stadt teilzuhaben. Es ist eine spannende Zeit für Innsbruck, wo Kunst und Technologie zusammentreffen, um eine neue Form der urbanen Erfahrung zu schaffen.