In Leoben geboren, heute in Kapfenberg zu Hause: Die Autorin Tanja Schuster hat ihren ersten satirischen Roman für Erwachsene veröffentlicht. „Ein Magistrat dreht durch – Skurriles aus der Tintenburg“ führt in eine fiktive Stadtverwaltung, in der Bürokratie, persönliche Eitelkeiten, Intrigen und menschliche Schwächen ziemlich ungebremst aufeinanderprallen.

Schuster, Jahrgang 1986, kennt den Behördenalltag nicht nur aus Erzählungen. Aus ihrer früheren Tätigkeit als Bürgermeistersekretärin verarbeitet sie eigene Erfahrungen. Zuvor hat sie zwei Kinderbücher veröffentlicht. Jetzt geht es um eine Sekretärin, die unter ungewöhnlichen Umständen ums Leben kommt. Unfall oder Verbrechen? Die Frage bleibt offen – und bringt die Belegschaft ordentlich gegeneinander auf.

Wenn die Tintenburg ins Schleudern gerät

Die ungeklärte Todesursache sorgt für Verdächtigungen, Rivalitäten und weitere skurrile Ereignisse. In der Tintenburg dominiert laut Handlung nicht immer die Vernunft; persönliche Interessen scheinen mitunter wichtiger zu sein als die eigentliche Aufgabe. Schwarzer Humor und schräge Figuren machen aus dem Behördenalltag eine satirische Bühne.

Das Buch behandelt Bürokratie in humoristischer und satirischer Form und schöpft dabei aus Erfahrungen aus Schusters eigenem Berufsleben. Im Buchhandel wird es den Bereichen Literatur, Comic/Humor/Manga sowie Humor/Satire zugeordnet. Als Schlagwörter werden Bürokratie, Parodie und Satire genannt.

Der Roman ist am 20. Oktober 2026 im Brot & Spiele Verlag in Wien erschienen. Die deutschsprachige Softcover-Ausgabe umfasst 308 Seiten, misst 120 × 185 Millimeter und wiegt 200 Gramm. Sie kostet 12,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer, ist als Neuware sofort lieferbar und trägt die ISBN 978-3-903406-50-6 sowie die ISBN-10 3-903406-50-3. Laut Artikel lagen noch zwei Exemplare im Versandlager. Erhältlich ist das Buch über Amazon sowie bei Thalia und Morawa.

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Vom Amtsstübl zur großen Bürokratiefrage

Dass Verwaltung literarisch mehr hergibt als Aktenstaub und Wartemarken, zeigt auch Sabine Zelgers Studie „Das ist alles viel komplizierter, Herr Sektionschef!“. Das 2009 bei Böhlau in Wien erschienene Buch ist Band 75 der Reihe „Literatur und Leben – Neue Folge“ und untersucht Bürokratie und ihre Bedeutung für die moderne Gesellschaft.

Ist Bürokratie eine notwendige Voraussetzung moderner Gesellschaften? Fördert sie demokratische Verhältnisse – oder hält sie Bürgerinnen und Bürger in einer Untertanenrolle? Ist sie ein überholtes Herrschaftsrelikt oder ein unvermeidlicher Bestandteil des Behördenalltags? Und könnte sie begrenzt, gelenkt oder abgeschafft werden – falls ja: Wer wäre dafür zuständig und dazu in der Lage?

Der Titel greift einen Satz auf, den Robert Musil in seinem Werk einem General in den Mund legt: „Das ist alles viel komplizierter, Herr Sektionschef!“ Zelger versteht diese Aussage als mögliche Zusammenfassung verschiedener Beamtenromane, Bürokratieklassiker und experimenteller Behördentexte.

Untersucht werden unter anderem Werke von Franz Kafka, Joseph Roth, Fritz von Herzmanovsky-Orlando, Alois Brandstetter, Friedrich Kleinwächter, Gustav von Festenberg, Heimito von Doderer, Konrad Bayer und Heimrad Bäcker. Die Studie zeigt, dass Literatur über sozialwissenschaftliche und herrschaftssoziologische Theorien hinaus Erkenntnisse über Bürokratie vermitteln kann. Literarische Darstellungen werden darin als wichtig für das Verständnis moderner Verwaltung beschrieben.

Was Fiktion sichtbar macht

Fiktionale Bürokratie legt laut Zelgers Untersuchung die Funktionalität von Fehlern ebenso frei wie den „Fluch der Götter“ und die Wirkung der Satire. Sichtbar werden außerdem die Verbindung zwischen bürokratischem System und Lebenswelt, der nationalbürokratische Eigensinn und unterschiedliche Formen des Lebens innerhalb der Bürokratie.

Das Amt erscheint dabei nicht bloß als ökonomischer Haushalt, sondern auch im Zusammenhang mit ökologischen und genetischen Ordnungen. Diese Struktur führt laut Buch zu erheblichen machtpolitischen Vorteilen. Literarische Entbürokratisierungsstrategien scheitern zwar, zeigen aber zugleich Versuche der Entstaatlichung.

Die moderne Verwaltung wird als gesamtgesellschaftliches Problem beschrieben, dem weder Verwaltungsbedienstete noch Sektionschefs oder Bürgerinnen und Bürger vollständig entkommen können. Schusters Tintenburg setzt bei dieser großen Frage ganz unten an: bei einer Sekretärin, einem ungeklärten Todesfall und einem Amt, in dem plötzlich jeder jedem misstraut.

Zelgers Buch trägt die ISBN 978-3-205-78299-5. Nachweise und Standorte finden sich in der Hauptbibliothek der Universitätsbibliothek unter II-1466970 sowie in der Fachbereichsbibliothek Germanistik, Nederlandistik und Skandinavistik unter Sa II 65/75. Verzeichnet ist die Studie außerdem im Bibliotheksverbund, beim Verlag, auf buchhandel.de und in WorldCat.