In der malerischen Region Freistadt finden sich seit rund zwei Jahren 27 Gemeinden zusammen, um an einem ambitionierten Projekt zu arbeiten, das eine langfristige Strategie für ein harmonisches Miteinander aller Generationen schaffen soll. Die Initiative trägt den Namen Sozialregion Freistadt 2040 und hat das Ziel, soziale Leistungen zu bündeln und die Unterstützung für Menschen in allen Lebensphasen zu verbessern. Besonders wichtig ist dabei, dass die Angebote im gewohnten Umfeld der Bürger:innen bleiben. Bezirkshauptfrau Andrea Wildberger hebt hervor, wie entscheidend die aktuelle Phase für die Nachhaltigkeit dieser Initiative ist. Ab 2027 sollen erste sichtbare Maßnahmen in den Gemeinden umgesetzt werden. Die Suche nach sogenannten WAlter-Pionieren hat bereits begonnen, die in jedem Ort helfen sollen, bestehende Angebote sichtbar zu machen und die Stärken der Gemeinde zu nutzen. Diese Pioniere spielen eine Schlüsselrolle, um die vorhandenen sozialen Leistungen besser zu koordinieren und Doppelgleisigkeiten zu vermeiden. Aktuell werden Informationsmaterialien erstellt, die eine Übersicht über die sozialen Angebote in der Region bieten.

Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist, dass die Gemeinden als Anlaufstellen fungieren sollen. Die interkommunale Kooperation wird außerdem durch die Stärkung von Freiwilligenarbeit und Nachbarschaftshilfe unterstützt. Es sollen 27 sorgende Gemeinden etabliert werden, die Informationen zu barrierefreiem Bauen sowie Beratungen anbieten. Das klingt nach einem großen Schritt in die richtige Richtung, denn der Betreuungs- und Pflegeaufwand wird bis 2040 um 62 Prozent steigen, was nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance für die Gemeinden darstellt. Die Notwendigkeit, sich um ältere Menschen zu kümmern und sie zu unterstützen, wird immer wichtiger.

Die Säulen der Sozialregion

Die Sozialregion Freistadt 2040 stützt sich auf vier tragende Säulen: Die öffentliche Hand, die Freiwilligkeit und Nachbarschaftshilfe, die Angehörigen und Betroffenen sowie die Unternehmer:innen. Die öffentliche Hand ist gefordert, die Betreuung und Pflege zu erhalten und auszubauen, während die Freiwilligenarbeit durch den Bezirksverein „Wirknetz Alter – WAlter“ koordiniert wird. Ein Pilotprojekt für Beratung vor Ort ab dem 70. Lebensjahr wird ebenfalls in Betracht gezogen. Die Idee ist klar: Dienstleistungen sollen den Menschen direkt zugeführt werden, sei es durch mobile Friseure, Physiotherapeuten oder Fußpfleger.

Die Gemeinden arbeiten eng zusammen, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Bürger:innen im Mittelpunkt stehen. Hier ist es wichtig, dass alle Akteure an einem Strang ziehen und den Dialog pflegen. Die Themen wie altersgerechtes Wohnen und generationengerechte Ortsentwicklung gewinnen zunehmend an Bedeutung. In Freistadt und Unterweißenbach sind erste Projekte bereits in Planung, die als Vorbilder für die gesamte Region dienen könnten. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich eine sorgende Gemeinschaft entwickeln kann, in der jeder seinen Teil beiträgt.

Der demografische Wandel und seine Folgen

Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Der Bezirk Freistadt ist laut Bedarfs- und Entwicklungsplan der einzige Bezirk in Oberösterreich, der zu wenig Langzeitpflegebetten hat. Die interkommunale Zusammenarbeit ist also nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, um eine gerechte und funktionierende Gemeinschaft zu gewährleisten. In ähnlichen Projekten, wie beispielsweise in Melsungen, wo mehrere Kommunen zusammenarbeiten, zeigt sich, dass interkommunale Kooperationen helfen können, die Infrastruktur zu revitalisieren und die Ortskerne zu stärken. Hier wird an neuen Versorgungs- und Dienstleistungsnetzwerken gearbeitet, die auch Freizeitangebote und Tourismus nicht außer Acht lassen.

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In Freistadt wird das Potenzial der Bürger:innen aktiv genutzt, um die sozialräumliche Entwicklung voranzutreiben. Die enge Zusammenarbeit aller Akteure und das Engagement der Bürger:innen sind der Schlüssel, um die Herausforderungen des demografischen Wandels erfolgreich zu meistern und eine generationengerechte Region zu schaffen. Wer Interesse hat, WAlter-Pionier zu werden, kann sich direkt an seine Gemeinde wenden – eine großartige Möglichkeit, um aktiv an dieser wichtigen Initiative teilzuhaben.