Zwei Landessiege und über 600 geprüfte Proben: Oberösterreichs Honigelite ausgezeichnet
Zwei Landessieger der OÖ Honigprämierung 2026 kommen aus dem Bezirk Perg. Andreas Humer aus Arbing setzte sich in der Kategorie Sommerhonig durch, Johanna Etzelsdorfer aus St. Georgen am Walde gewann bei den Honigtauhonigen. Die Auszeichnungen wurden am Samstag, 31. Oktober 2026, um 11 Uhr im Palais Kaufmännischer Verein in Linz verliehen.
Mehr als 600 Proben aus den Bereichen Honig, Met und Oxymel waren eingereicht worden. Jede einzelne musste Laborprüfungen und mehrere Verkostungsrunden bestehen. Bei Humers Sommerhonig wurden Lindenanteile festgestellt; beschrieben wird er mit einem frisch-würzigen, zitrus-mentholartigen Aroma. Etzelsdorfers Honigtauhonig überzeugte mit einem vollendeten, rund-aromatischen Aroma.
Hoher Aufwand für ein begehrtes Siegel
Die Prämierung gilt als höchstes Qualitätssiegel des OÖ Landesverbands für Bienenprodukte. Herbert Vitzthum, Präsident des OÖ Landesverbandes für Bienenzucht, hob bei der Veranstaltung die fachliche Arbeit der oberösterreichischen Imkerinnen und Imker hervor. Regionaler Honig, so Vitzthum, sei zudem für Natur und Bestäubung von Bedeutung.
Zur Bewertung können Imkerinnen Honig, Met und Oxymel einreichen. Bei Honig stehen Blütenhonig, Blüten- mit Waldhonig, Waldhonig, Waldhonig, Honigtauhonig und Cremehonig zur Auswahl; außerdem gibt es Sonderpreise für den Bio-Honig des Jahres, die Jungimkerin des Jahres für Teilnehmerinnen unter 18 Jahren sowie einen Publikumspreis durch Abstimmung vor Ort. Met wird als klassischer Met, trocken, halbtrocken oder als Frucht- beziehungsweise Gewürzmet bewertet, wobei eine Unterteilung bei ausreichender Probenzahl erfolgt. Oxymel ist pur oder mit Kräutern einreichbar.
Zunächst untersucht das Labor die chemisch-physikalischen Parameter. Nur fehlerfreie Produkte kommen in die nächste Runde; Oxymel wird ohne vorherige Laboranalyse direkt bei der Prämierung bewertet. Eine unabhängige Fachjury prüft Geruch und Geschmack, Konsistenz und Sauberkeit sowie das äußere Erscheinungsbild. Eine Prominentenjury wählt aus den drei besten Produkten jeder Kategorie den Landessieger. Berücksichtigt werden chemisch-physikalische Qualität, Aufmachung, Sauberkeit, Zustand und Konsistenz, Geruch, Geschmack sowie Aroma und Harmonie.
Vom Labor bis zum Verkaufsregal
Die Teilnahme bringt nicht nur Urkunde und Aufmerksamkeit. Ausgezeichnete Imkerinnen erhalten Vermarktungsmöglichkeiten und öffentliche Sichtbarkeit. Der Landesverband übernimmt Veröffentlichung und Pressearbeit, die Preise werden von einer bekannten Persönlichkeit mit Foto überreicht. Landessieger-Produkte können beim Imkeradvent präsentiert und im Bienenladen, im Onlineshop sowie am Südbahnhofmarkt verkauft werden.
Die drei Finalisten jeder Kategorie werden auf der Bühne geehrt und erhalten Urkunde und Medaille, der Landessieger wird öffentlich gekürt. Vorgesehen sind persönliche Laudationen der prominenten Jury. Bei der Veranstaltung 2025 waren unter anderem Vertreterinnen der Landwirtschaftskammer, des Landes, von Bio Austria, des Lebensmittelhandels, der Stadt Linz, der OÖ Versicherung und der VKB dabei.
Landessieger bekommen eine geprägte goldene Banderole, Pokal, Urkunde und Medaille. Für die Plätze zwei und drei gibt es Urkunde und Medaille. Gold- und Silberauszeichnungen werden mit entsprechenden Siegeln gekennzeichnet; offizielle goldene und silberne Aufkleber dürfen nur auf Produkten derselben Charge verwendet werden.
Die reguläre Untersuchung prüft Etiketten nicht auf inhaltliche Richtigkeit. Eine optionale Kontrolle auf Rechtskonformität kostet 10 Euro. Teilnahmeberechtigt sind Mitglieder des OÖ Landesverbands für Bienenzucht. Der Honig muss aus der Ernte 2026 stammen, Met und Oxymel dürfen aus früheren Erntejahren kommen. Pro Teilnehmerin sind höchstens drei Honige sowie maximal drei Met- und Oxymelproben erlaubt. Alles muss aus der eigenen Imkerei stammen und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.
Was in die Probe kommt
Die Probennummerierung und Versiegelung erfolgt bei Eingang im Labor. Alle Gläser oder Flaschen einer Probe müssen aus derselben Charge stammen. Für Honig sind zwei Gläser zu je 500 Gramm nötig – im Imkerbund-Honigglas oder Euroglas, mit neuen Golddeckeln im Wabenmuster. Ein Glas wird marktüblich etikettiert, das zweite bleibt neutral und trägt Name und Kundennummer nur auf dem Deckel.
Met wird in zwei Flaschen mit mindestens 0,5 Liter je Flasche eingereicht, marktüblich etikettiert und mit Alkoholgehalt oder Zutatenliste versehen. Für Oxymel braucht es zwei Flaschen mit mindestens 0,25 Liter je Flasche samt marktüblicher Etikettierung und Zutatenliste. Ein Teil der Proben wird für Analysen und Juryverkostung verwendet, der Rest für Präsentation und Publikumspreis.
Die Teilnahmegebühr beträgt 29 Euro pro Probe inklusive Mehrwertsteuer. Sie entfällt, wenn die Probe die Laboranalyse nicht besteht; verrechnet wird nach Abschluss aller Untersuchungen. Für die chemisch-physikalische Honiganalyse fallen 21,35 Euro Eigenleistung der Imkerinnen an, die Alkoholbestimmung bei Met kostet 18 Euro, die optionale Etikettenkontrolle 10 Euro.
Proben können persönlich im Labor in der Pachmayrstraße 57, 4040 Linz, abgegeben werden. Mit der Teilnahme stimmen die Einreicherinnen der Veröffentlichung ihres Namens und von Fotos der Prämierung zu.
Rückblick und Laborwissen
Die Gewinner der Prämierung 2025 waren Hermann und Hildegard Schwarz bei Blüten- mit Waldhonig, Peter Kniewasser bei Blütenhonig und Herbert Forster bei Cremehonig. Kniewasser gewann außerdem den Bio-Honig, Josef Mühlbacher den Waldhonig. Johann Rindberger siegte beim Bio-Gewürz- oder Fruchtmet, Johann Deisinger bei Met trocken/halbtrocken und Gerald Lödler bei Met lieblich. Die Publikumswertung ging an Josef Klinger, der Öffentlichkeitspreis an den Imkerverein Helpfau-Uttendorf mit dem Projekt „Bieneninsel“.
Wie wichtig die Laborstufe für solche Wettbewerbe ist, zeigt auch das Angebot des Österreichischen Imkerbundes. Imker:innen können Honig und andere Bienenprodukte professionell untersuchen lassen – etwa für Qualitätsprüfungen, Sortenbestimmungen oder Messungen von Wassergehalt und pH-Wert. Die Ergebnisse können als Grundlage für Prämierungen, Verkaufsetiketten und Förderanträge dienen.
In Oberösterreich werden Honiganalysen als Gesamtpaket oder für einzelne Parameter angeboten, ebenso Rückstandsuntersuchungen von Honig und Bienenprodukten, Sortenbestimmungen, die Bestimmung des Alkoholgehalts von Met, Bärenfang und Schnaps sowie Kontrollen auf Amerikanische Faulbrut. In der Steiermark zählen Honigqualitätsuntersuchungen, Analysen des Zuckerspektrums, Pollenanalysen, Qualitätsuntersuchungen von Propolis, Faulbrutdiagnostik und Rückstandsuntersuchungen zum Angebot.
