Einbrecher stehlen Kettensäge aus Gartenlaube in Heidelberg-Rohrbach
In der Nacht von Montag, 26. Oktober, auf Dienstag, 27. Oktober 2026, sind Unbekannte in Gartenanlagen an den Hangäckerhöfen in Heidelberg-Rohrbach eingebrochen. Mehrere Geräteschuppen und eine Gartenlaube wurden gewaltsam geöffnet – leise dürfte das nicht gewesen sein.
Aus der aufgebrochenen Gartenlaube nahmen die Täter eine Kettensäge mit. Der Wert des Geräts beträgt mehrere hundert Euro. Auch in eine benachbarte Gartenhütte drangen die Unbekannten ein; nach bisherigem Ermittlungsstand wurde daraus allerdings nichts gestohlen.
Polizei sucht Zeugen
Das Polizeirevier Heidelberg-Süd bittet nun um Hinweise von Personen, die in der Straße Hangäckerhöfe verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Wer in der Nacht von Montag auf Dienstag etwas bemerkt hat, soll sich unter 06221/3418-0 bei der Polizei melden.
Einbrüche in Deutschland wieder häufiger
Der Fall aus Rohrbach reiht sich in eine bundesweite Entwicklung ein, die eine im April 2026 aktualisierte Auswertung auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 des Bundeskriminalamts sowie von Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft und der Kreditanstalt für Wiederaufbau beschreibt. Im Jahr 2025 wurden 82.920 Wohnungseinbruchdiebstähle registriert – 5,7 Prozent mehr als 2024 mit 78.436 Fällen. Damit stieg die Zahl das vierte Jahr in Folge, blieb aber deutlich unter dem Höchststand von 167.136 Fällen im Jahr 2015. Während der Corona-Pandemie waren 2021 insgesamt 54.236 Fälle verzeichnet worden.
Rechnerisch wird in Deutschland alle sechs bis sieben Minuten ein Wohnungseinbruch registriert. Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 14,1 Prozent, rund 86 Prozent der registrierten Fälle blieben also ungeklärt. 37.249 Taten, das entspricht 44,9 Prozent, blieben im Versuchsstadium. Der durchschnittliche versicherte Schaden je Einbruch betrug laut GDV 3.850 Euro; bundesweit wurde der Gesamtschaden mit rund 380 Millionen Euro angegeben.
Der Kriminalitätsatlas umfasst 400 Landkreise und kreisfreie Städte, 41 Deliktgruppen, Bundeszeitreihen ab 1987 sowie Regionaldaten von 2013 bis 2025. Die Daten lassen sich nach Delikt, absoluten Fallzahlen, Zeitraum und der Häufigkeitszahl pro 100.000 Einwohner filtern. Für regionale Vergleiche wird diese Häufigkeitszahl verwendet, weil sie die Fallzahl ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt.
Regionale Unterschiede und offene Fragen
In Teilen Bayerns lagen die Häufigkeitszahlen bei unter zehn Einbrüchen pro 100.000 Einwohner. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Brandenburg gab es dagegen zahlreiche Kreise mit Werten über 100. Als mögliche Faktoren für eine höhere regionale Belastung werden Grenznähe, Transitrouten, soziale Gegensätze, eine niedrigere Polizeidichte und geringere Nachbarschaftskontrolle genannt. Auch Neubaugebiete an Ortsrändern sowie Siedlungen entlang von Hauptverkehrsstraßen werden besonders erwähnt; für einzelne Regionen gelten unter anderem die Autobahnen A2, A4 und A12 als relevante Verkehrsachsen.
Betroffen sind dabei nicht nur Großstädte. Gut angebundene Kreisstädte können höhere Häufigkeitszahlen aufweisen als Randbezirke großer Städte. Die PKS unterscheidet allerdings nicht eindeutig zwischen Gelegenheitstätern, lokalen Serientätern und reisenden Tätergruppen. Tatverdächtige sind außerdem nicht automatisch Täter oder Verurteilte. Aus der Staatsangehörigkeit lassen sich weder der Wohnort noch eine Reisetätigkeit ableiten; eine konkrete Quote reisender Tätergruppen kann aus der PKS nicht berechnet werden.
31.332 Fälle waren 2025 Tageswohnungseinbrüche, also 37,8 Prozent aller registrierten Fälle. Solche Taten passieren häufig während Arbeits- und Einkaufszeiten, am frühen Abend oder am Wochenende. Bei einem Teil der Fälle lässt sich die genaue Tatzeit nicht feststellen.
Was Zahlen und Schutzmaßnahmen leisten können
Die PKS erfasst das sogenannte Hellfeld – jene Straftaten, die der Polizei bekannt werden. Das Dunkelfeld kann größer sein. Laut den im Artikel genannten BKA-Studien liegt die Anzeigequote bei vollendeten Wohnungseinbrüchen bei 87,6 Prozent, bei Versuchen ist sie niedriger. Die PKS misst außerdem nicht die isolierte Wirksamkeit einzelner Schutzmaßnahmen und liefert keine allgemeine Abbruchquote nach einer bestimmten Zeit.
Als Schutzkonzept werden mechanische Sicherungen, elektronische Erkennung und die Alarmbearbeitung durch eine Leitstelle gemeinsam betrachtet. Genannt werden einbruchhemmende Fenster und Türen nach DIN EN 1627: Für Einfamilienhäuser gilt RC2 als Standard, bei erhöhtem Risiko RC3. Alarmanlagen nach EN 50131-1 Grad 2 mit Aufschaltung auf eine VdS-zertifizierte Notruf- und Serviceleitstelle können auch bei Abwesenheit eine Alarmbearbeitung ermöglichen. Die VdS-Zertifizierung bezieht sich laut Artikel auf die Leitstelle, nicht auf die angebotene Stadtritter-One-Alarmanlage.
Versicherer handhaben Sicherheitstechnik unterschiedlich. Im Privatbereich kann eine Anlage bei hohen Versicherungssummen oder in Risikogebieten verlangt beziehungsweise rabattiert werden. Im Gewerbebereich können bei VdS-Klasse-B- und -C-Policen eine VdS-anerkannte Anlage und die Aufschaltung auf eine VdS-Leitstelle vorgeschrieben sein.
Der KfW-Zuschuss 455-E nimmt seit dem 1. Juli 2022 keine neuen Anträge mehr an. Einbruchschutz wird über den KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ sowie teilweise über Länder- und Kommunalprogramme gefördert.
Die PKS 2025 wurde laut Artikel am 20. April 2026 veröffentlicht; Datenstand der verwendeten Version ist der 1. April 2026. In Rohrbach laufen derweil die Ermittlungen zu den aufgebrochenen Schuppen und der gestohlenen Kettensäge weiter.
