Spieltermine sorgen im österreichischen Fußball regelmäßig für Unmut. Das bekam zuletzt auch der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) zu spüren: Beim ÖFB-Cup-Achtelfinale von Red Bull Salzburg gegen Schwarz-Weiß Bregenz im Ländle protestierte eine mitgereiste Fangruppe lautstark gegen die Anstoßzeit und die ihrer Ansicht nach fanunfreundliche Terminplanung.

Die Anreise war lang, gespielt wurde unter der Woche um 18 Uhr. Für Berufstätige ist das eine ziemliche Hürde, wenn sie ihre Mannschaft zu einem Auswärtsspiel begleiten wollen. Während der Partie hielten die Salzburger ein großes Transparent hoch: „Für fanfreundliche Anstoßzeiten“ und „Scheiss ÖFB!“. Mehrfach war die Botschaft auch in der ORF-Liveübertragung zu sehen.

Protest im Cup – und ein bekanntes Ärgernis

Die Kritik richtet sich gegen den ÖFB, der die Termine im Cup in Abstimmung mit den übertragenden TV-Sendern festlegt. Der ORF zeigte die Begegnung in einer Konferenz mit dem Tiroler Derby zwischen Wacker Innsbruck und der WSG Tirol auf ORF 1. Für die Fans im Stadion blieb dabei die lästige Rechnung: lange Anreise, Arbeitstag und ein Anpfiff, der vielen schlicht nicht in den Tagesablauf passt.

Fankurven verschiedener Vereine beklagen die Beginnzeiten schon seit Längerem. Auch die Sonntagsspiele der Bundesliga stoßen bei Stadionbesuchern und Vereinen auf wenig Begeisterung. Wer live dabei sein will, muss sich eben nach dem Spielplan richten – selbst wenn der Spielplan auf die Menschen auf den Rängen kaum Rücksicht nimmt.

Das nächste Beispiel wartet in Salzburg bereits am Feiertag Allerheiligen. Red Bull Salzburg empfängt Austria Lustenau am 1. November 2026 um 14:30 Uhr in Wals-Siezenheim. Austria Lustenau gilt nicht als großer Publikumsmagnet. Dazu kommt der Feiertag: Für viele steht der Friedhofsbesuch an diesem Tag näher als der Weg ins Stadion. Leere Plätze sind da keine große Überraschung.

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Fernsehen gibt den Takt vor

Hinter den unterschiedlichen Spielterminen stehen wirtschaftliche Interessen der TV-Sender. Livesport erreicht im Wettbewerb um Übertragungsrechte üblicherweise höhere Zuschauerzahlen als andere Sendungen. Wer ein Spiel daheim über den Fernseher, das Smartphone oder ein anderes digitales Endgerät verfolgt, unterstützt diese Sender ebenfalls – auch wenn im Stadion dadurch ein Sitz leer bleibt.

Der ORF-Cup-Abend aus Bregenz zeigt, wie eng Termin und Übertragung inzwischen zusammenhängen. Das Cup-Spiel lief am 28. Oktober 2026 um 18:32 Uhr laut Artikelstand der Berichterstattung – mit dem Transparent der Salzburger Fans immer wieder im Bild.

Welche Rechte Fans in Österreich derzeit brauchen

Ein Blick auf die TV- und Streaming-Rechte für Österreich, Stand Oktober 2026 und Saison 2026/27, erklärt den Druck hinter solchen Planungen. Sky und WOW zeigen dieselben Fußballrechte. Sky läuft meist über die Sky-Stream-Box mit Mindestlaufzeit, WOW ist die reine Streaming-Variante ohne Zusatzgerät und monatlich kündbar. Beide Angebote müssen nicht kombiniert werden.

Wettbewerb Übertragung in Österreich
ADMIRAL Bundesliga Sky, WOW
Deutsche Bundesliga Sky, WOW
UEFA Champions League Sky, WOW, Canal+
UEFA Europa League Sky, WOW, Canal+
UEFA Conference League Sky, WOW, Canal+, ServusTV
Premier League Sky, WOW
La Liga DAZN
Serie A DAZN
Ligue 1 DAZN
ÖFB-Cup ORF, ÖFB TV
DFB-Pokal Sky, WOW, ServusTV
Nationalteam-Spiele ORF, ServusTV

Für die großen Ligen und Pokalbewerbe braucht es in der Regel Sky oder WOW plus DAZN. Sky und WOW umfassen unter anderem die ADMIRAL Bundesliga, den DFB-Pokal, die Champions League und die Premier League – dazu HD-Qualität und Live-Konferenzen. DAZN zeigt La Liga, Serie A und Ligue 1, außerdem Tennis, NFL und NBA. Gestreamt werden kann auf mehreren Geräten; das Monatsabo ist monatlich kündbar. Die ADMIRAL Bundesliga ist bei DAZN nicht enthalten.

Für Sky oder WOW werden laut der Übersicht ab 22 Euro monatlich fällig, DAZN kostet ab 29,99 Euro. Die Kombination kommt damit auf etwa 52 Euro pro Monat. Wer nur Bundesliga sehen möchte, ist mit Sky oder WOW dabei. Für internationalen Fußball reicht DAZN – oder Sky beziehungsweise WOW plus DAZN, wenn auch die heimische Liga und die Premier League dazukommen sollen. Preisbewusste und flexible Nutzer greifen demnach zu WOW plus DAZN als Monatsabos.

Champions-League-Fußball gibt es in Österreich derzeit nicht im Free-TV, dafür ist ein kostenpflichtiges Abo nötig. Für die komplette Abdeckung der großen Ligen führt kaum ein Weg an beiden Diensten vorbei: Sky oder WOW für ADMIRAL Bundesliga, Premier League und DFB-Pokal, DAZN für La Liga, Serie A und Ligue 1. Die Champions League ist bei Sky und WOW sowie bei Canal+ zu sehen.

Technisch bleibt die Auswahl immerhin breit. Unterstützt werden Smart-TVs von Samsung, LG und Android TV, Apple TV, Amazon Fire TV und Chromecast sowie Smartphones und Tablets mit iOS oder Android. Auch Laptops und Desktop-PCs funktionieren. Bei WOW und DAZN ist kein zusätzlicher Receiver erforderlich. Für die Fans im Stadion löst das freilich kein Anstoßzeitproblem – dort zählt weiterhin, ob sich der Arbeitstag, die Fahrt und der erste Pfiff irgendwie unter einen Hut bringen lassen.