Am vergangenen Wochenende fand ein aufregendes Ausbildungswochenende statt, das die Teilnehmer von Leogang nach Osttirol ins malerische Kerschbaumeralm Schutzhaus führte. Die Gruppe, bestehend aus Tourenführer Roman sowie den Teilnehmern Marcel, Sebastian, Simon und Steffi, machte sich am Freitag auf den Weg zum Parkplatz Klammbrückl. Von dort aus ging es in einem Aufstieg, der etwa 1 Stunde und 40 Minuten dauerte, zur Alm. Dort wurden sie herzlich von Georg, seiner Freundin Alexandra und dem Hüttenteam empfangen. In der gemütlichen Atmosphäre der Hütte wurde die Tourenplanung besprochen – Roman gab den Teilnehmern wertvolle Tipps, und es waren auch bekannte Gesichter der Sektion Leogang anwesend.
Der Samstag begann mit dem Madonna-Klettersteig, einem aufregenden Programm, das die Teilnehmer in die Welt des Kletterns einführte. Roman erklärte das sichere Umhängen der Karabiner, die richtige Tritttechnik und das korrekte Verhalten im steilen Gelände. Höhepunkte des Tages waren die Madonnenfigur sowie die beeindruckenden Ausblicke und Gipfelerlebnisse auf die Große Gamswiesenspitze (2.486 m) und die Kleine Gamswiesenspitze (2.454 m). Am Nachmittag lag der Fokus auf dem Umgang mit Karabinern, Bandschlingen, Prusikschlingen sowie Sicherungs- und Abseilgeräten. In einfachen Geländepassagen konnten die Teilnehmer praktische Übungen durchführen – eine wichtige Vorbereitung für den kommenden Tag.
Spannende Herausforderungen am Sonntag
Der Sonntag startete mit einer Abseileinheit in der Nähe des Klettersteigs „Verborgene Welt“. Hier war es an den Teilnehmer:innen, mehrere Abseilmanöver selbstständig durchzuführen. Der Klettersteig „Verborgene Welt“ selbst bietet eine spektakuläre Kulisse: Er führt an einem Wasserfall vorbei und gibt faszinierende Einblicke in die darunterliegende Schlucht. Trotz einiger Wartezeiten meisterte die Gruppe die Tour mit Bravour. Besonders beeindruckend war, wie Marcel, Sebastian und Simon sicher im Fels unterwegs waren. Steffi hingegen zeigte bemerkenswertes Durchhaltevermögen und sammelte wertvolle Erfahrungen im steilen Gelände.
Nach dem erfolgreichen Abstieg trat die Gruppe die Heimreise an – müde, aber mehr als zufrieden. Das Ausbildungswochenende war nicht nur lehrreich und abwechslungsreich, sondern auch von einer tollen Stimmung geprägt. Ein großer Dank geht an Roman für die Organisation, die Führung und die Ausbildung, sowie an alle Teilnehmer:innen, deren Motivation und Teamgeist das Event zu einem besonderen Erlebnis machten.
Die Bedeutung von Klettersteigführungen
Gruppen auf schweren oder alpinen Klettersteigen zu führen, ist keine leichte Aufgabe. Es entstehen oft Herausforderungen, wenn Teilnehmer Probleme haben oder blockieren. Daher ist die Seil- und Sicherungskompetenz von Trainerinnen C Klettersteig von wesentlicher Bedeutung. Diese Trainerinnen erhalten eine intensive und umfangreiche Ausbildung, um Wissen und Können an Sektionsmitglieder zu vermitteln. So wird sichergestellt, dass Klettersteigtouren nicht nur sicher, sondern auch verantwortungsvoll durchgeführt werden können. Sie führen Sektionsgruppen auf Klettersteigen und alpinen Steigen bis zum Schwierigkeitsgrad D und organisieren entsprechende Touren. Auch die Sensibilisierung für Risiken beim Begehen von Klettersteigen, besonders mit Kindern, ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit.
Um Trainerin C Klettersteig zu werden, sind bestimmte Zulassungsvoraussetzungen zu erfüllen. Dazu gehört die Vollendung des 18. Lebensjahres, die Mitgliedschaft bei den NaturFreunden oder einem Gastverband sowie der Nachweis einer Erste-Hilfe-Ausbildung. Zudem ist der erfolgreiche Abschluss eines Trainerin C – Bergsteigen sowie eines Bergrettungslehrgangs notwendig. Die speziellen Anforderungen beinhalten das Begehen von Sportklettersteigen bis Schwierigkeitsgrad E sowie das Klettern im III. Schwierigkeitsgrad im alpinen Gelände. Die notwendige Ausrüstung ist umfangreich und reicht von geeigneten Bergschuhen über Klettersteigsets bis hin zu Erste-Hilfe-Material.
Es ist klar, dass die Ausbildung und das Training im Bereich Klettersteig nicht nur für die Sicherheit der Teilnehmer von Bedeutung sind, sondern auch dazu beitragen, das Wissen um die alpine Umgebung zu erweitern und den Respekt vor der Natur zu fördern.
