In Villach sorgt die österreichische Paketsteuer seit Wochen für Ärger. Online-Käufer rechnen mit höheren Preisen, Händler mit zusätzlichen Belastungen – und ab morgen, dem 1. November 2026, wird die Sache noch unübersichtlicher.

Für Importe aus Drittländern kommen dann zur nationalen österreichischen Paketsteuer eine neue EU-Abgabe und bestehende Zölle hinzu. Wer außerhalb der EU bestellt, wird das vermutlich nicht nur auf dem Papier merken, sondern beim Bezahlen.

Mehr Abgaben für kleine Sendungen

Der Hintergrund: Die Zahl zollfreier Kleinsendungen in die EU ist 2025 auf rund 5,9 Milliarden Pakete gestiegen. Schätzungen zufolge waren etwa zwei Drittel dieser Sendungen aus Drittländern falsch deklariert, um Abgaben zu umgehen. Die EU-Kommission will mit der neuen Abgabe vor allem Billigimporte eindämmen.

Bereits seit dem 1. Juli 2026 erhebt die EU einen festen Zollsatz von 3 Euro auf kleine Pakete mit einem Warenwert von unter 150 Euro. Betroffen sind Sendungen, die überwiegend über den elektronischen Handel aus Nicht-EU-Ländern in die EU gelangen. Der Zoll wird pro Artikel einer Sendung entsprechend seiner Tarifposition berechnet.

Der Satz gilt für Waren, deren Nicht-EU-Verkäufer für Mehrwertsteuerzwecke im EU-Import-One-Stop-Shop, kurz IOSS, registriert sind. Laut der vorliegenden Information betrifft das 93 Prozent der E-Commerce-Ströme in die EU.

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Bislang gelangen solche Pakete unterhalb der 150-Euro-Schwelle zollfrei in die EU. Die EU verweist als Folgen auf unlauteren Wettbewerb für EU-Verkäufer, Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, Betrug sowie Umweltprobleme. Die Übergangsregelung geht auf eine Verpflichtung des EU-Rates vom November 2025 zurück, möglichst bald im Jahr 2026 vorübergehend Zölle auf diese Waren einzuheben.

Handel fordert Ende der nationalen Steuer

Der Handelsverband unterstützt die EU-Abgabe und auch die geplante Bearbeitungsgebühr, lehnt aber die nationale Paketsteuer ab. Gegen diese Abgabe hat der Verband eine Petition gestartet. Seine Rechnung fällt deutlich aus: Bis zu 3.000 Arbeitsplätze könnten gefährdet sein, außerdem könnte die Wirtschaftsleistung um etwa 360 Millionen Euro sinken.

Die Argumentation des Verbands: Heimische Händler würden durch die nationale Steuer zusätzlich zu den ohnehin steigenden Kosten durch Zoll und EU-Abgabe belastet. Während die EU-Maßnahmen gezielt Billigimporte aus Drittländern treffen sollen, gilt die österreichische Paketsteuer laut Handelsverband auch für den regulären Versandhandel im Inland.

Ab dem 1. November 2026 fallen damit gleichzeitig Zoll, EU-Abgabe und nationale Paketsteuer an. Für Konsumenten außerhalb der EU wird die Bestellung teurer; für Händler wird das Rechnen komplizierter. Ein Klick, ein Paket – und gleich mehrere Abgaben im Hintergrund.

Die dauerhafte Lösung steht noch aus

Der 3-Euro-Zoll ist von der geplanten Bearbeitungsgebühr, der sogenannten „Handling Fee“, zu unterscheiden. Diese Gebühr von 2 Euro wird voraussichtlich ab November 2026 zusätzlich zum Zoll erhoben.

Die derzeitige Regelung ist vorübergehend und gilt, bis die im November 2025 vereinbarte dauerhafte Lösung in Kraft tritt. Dann soll die Zollbefreiungsschwelle von 150 Euro vollständig abgeschafft werden. Alle Waren unter 150 Euro wären danach zollpflichtig, zudem würden die regulären Zollsätze gelten.

Der Handelsverband fordert unterdessen weiterhin die Abschaffung der nationalen Abgabe. An der EU-Regelung ändert das nichts: Sie tritt unverändert in Kraft.

Quelle: Wirtschaftsjournal
Weiterführende Informationen: Wirtschaftskammer Österreich