In Wels und Wels-Land schaut es bei der Kinderbetreuung besser aus als im oberösterreichischen Durchschnitt – ganz ohne Haken ist die Sache aber nicht. Der aktuelle Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer Oberösterreich weist 14 von 25 Gemeinden mit der höchsten Bewertung 1A aus. Im Vorjahr waren es noch 17. Mit 56 Prozent liegt die Region dennoch deutlich über dem Landesdurchschnitt von rund 36 Prozent.

Vier Gemeinden verloren ihre Bestnote wegen zu vieler Schließtage: Aichkirchen, Bachmanning, Neukirchen bei Lambach und Steinerkirchen an der Traun. Für Eltern klingt das zunächst nach einer kleinen Zahl. In der Praxis können zusätzliche Schließtage aber schnell zum organisatorischen Spießrutenlauf werden – besonders dann, wenn keine Ersatzbetreuung bereitsteht.

Große Unterschiede bei den Kleinsten

Gerade bei Kindern unter drei Jahren zeigt sich, wie unterschiedlich die Angebote ausfallen. Buchkirchen, Gunskirchen, Marchtrenk, Sattledt und die Stadt Wels erfüllen alle Kriterien für die höchste Kategorie. In anderen Gemeinden beginnt die Aufnahme erst ab 18 Monaten, vereinzelt sogar erst ab zwei Jahren. Für Eltern kann das den Wiedereinstieg nach der Karenz ordentlich erschweren.

Auch die landesweiten Zahlen des AK-Kinderbetreuungsatlas 2026 passen zu diesem Bild. Bei den unter Dreijährigen erfüllen 31 Gemeinden die Anforderungen für 1A, 141 erreichen Kategorie A, 75 Kategorie B und 32 Kategorie C oder D. Späte Aufnahmezeiten und Öffnungszeiten, die sich nicht mit einem Arbeitstag ausgehen, machen den Neustart im Beruf nicht gerade leichter.

Bei den Drei- bis Sechsjährigen ist die Lage freundlicher: 13 Gemeinden in Wels und Wels-Land schaffen 1A und bieten vollzeittaugliche Betreuungszeiten. Neben Buchkirchen, Gunskirchen, Marchtrenk, Sattledt und Wels gehören dazu Eberstalzell, Edt bei Lambach, Holzhausen, Lambach, Schleißheim, Stadl-Paura, Steinhaus, Thalheim und Weißkirchen an der Traun.

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Landesweit erreichen in dieser Altersgruppe 100 Gemeinden die Kategorie 1A und 82 Kategorie A. Der Stolperstein sind vor allem lange Schließzeiten. In 80 teilnehmenden Gemeinden bleiben Kindergärten länger als die gesetzlich erlaubten fünf Wochen pro Jahr geschlossen.

47 Wochen offen – zumindest grundsätzlich

Das oberösterreichische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz sieht grundsätzlich mindestens 47 Öffnungswochen pro Jahr vor. In sechs Gemeinden in der Region wird die zulässige Schließdauer bei Kindergärten überschritten, bei Krabbelstuben betrifft das acht Gemeinden. Berufstätige Eltern müssen dann Ersatz organisieren, Urlaubstage verschieben oder Verwandte zusammentrommeln. Das geht nicht immer auf.

Der AK-Kinderbetreuungsatlas untersucht Öffnungszeiten, Mittagsangebote und Schließzeiten in den oberösterreichischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen. Die Arbeiterkammer erhebt diese Daten seit 27 Jahren. Für die Ausgabe 2026 wurden sie zwischen Mai und Juli 2026 gemeinsam mit dem Institut für Empirische Sozialforschung (IFES) erhoben und ausgewertet.

Von 438 oberösterreichischen Gemeinden machten 279 mit. 159 Gemeinden – rund 36 Prozent und 34 mehr als im Vorjahr – stellten keine Daten bereit. Dort bleibt offen, wie das tatsächliche Betreuungsangebot aussieht.

Die Gesamtbewertung beruht auf neun Kriterien: tägliche Betreuungs- und Öffnungszeiten, Mittagsangebot und jährliche Schließzeiten – jeweils für Kinder unter drei Jahren, für Drei- bis Sechsjährige und für Volksschulkinder. Gemeinden werden von 1A bis D eingestuft. 1A gibt es, wenn acht oder neun Kriterien erfüllt sind. Für Sonderprojekte, etwa einen „gesunden Kindergarten“ oder den Einsatz von Zivildiener:innen, kann zusätzlich ein „Plus“-Punkt vergeben werden.

157 der teilnehmenden Gemeinden erreichten die Bestwertung 1A. Die meisten 1A-Bewertungen gab es in Linz, Linz-Land, Eferding, Steyr, Wels und Wels-Land. 18 Gemeinden landeten wegen eines eingeschränkten oder fehlenden Angebots in den Kategorien C oder D.

Wels hält einiges bereit

Die Stadt Wels geht im Betreuungsjahr 2026/27 mit 61 Kindergartengruppen, zwölf Krabbelstubengruppen und 20 Hortgruppen an den Start. Rund 1.740 Kinder werden von 117 pädagogischen Fachkräften, 112 Assistenzkräften und 40 Sprachförderkräften betreut.

Kindergärten und Krabbelstuben sind werktags von 6:30 bis 18 Uhr geöffnet. Während der fünfwöchigen Sommerschließzeit gibt es eine Betreuung in der Robert-Koch-Straße. 2026 nutzten rund 200 Kinder dieses Angebot. Auch die Horte sind bis 18 Uhr offen. In den Sommerferien wurde dafür 2026 die Volksschule 5 Mauth genutzt, rund 140 Kinder nahmen die Betreuung in Anspruch.

Mit dem Schuleintritt ist der Betreuungsbedarf schließlich nicht plötzlich weg. Bei Volksschulkindern erreichen landesweit 93 Gemeinden die höchste Kategorie A, 186 Gemeinden erfüllen aber nur die Kriterien für Kategorie B oder eine niedrigere Kategorie. Nachmittags- und Ferienbetreuung bleiben deshalb entscheidend – der Arbeitstag der Eltern endet ja nicht automatisch mit dem Läuten der Schulglocke.

In Linz, Steyr und Wels sowie in einem Großteil der Gemeinden in Eferding, Linz-Land und Steyr-Land werden die gesetzlichen Vorgaben bei den Schließzeiten eingehalten. Der weitere Ausbau in Wels soll sich am 2025 beschlossenen Masterplan für Kinderbetreuung und Schulen orientieren.

Forderungen der Arbeiterkammer

Die Arbeiterkammer fordert einen Rechtsanspruch auf einen qualitätsvollen Betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr bis zum Ende der Volksschule. Dazu kommen flächendeckende, bedarfsgerechte und vollzeittaugliche Angebote, verpflichtende professionelle Bedarfserhebungen in Gemeinden und Bezirken sowie eine finanzielle Absicherung des Ausbaus durch das Land Oberösterreich.

Ohne genügend Personal wird das allerdings schwierig. Deshalb verlangt die AK auch eine Ausbildungsoffensive, damit ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen. In den Einrichtungen entscheidet sich schließlich jeden Tag, ob ein langer Öffnungstag tatsächlich funktioniert – nicht auf dem Papier, sondern zwischen Jause, Bausteinen, Tränen und dem letzten Abholtermin.

Die von Statistik Austria bereitgestellte Präsentation „Elementare Bildung 2025/26“ lässt sich auf Grundlage des gelieferten Materials nicht sachlich zusammenfassen, weil der Text keine lesbaren Nachrichteninhalte, sondern fragmentierte und komprimierte PDF-Rohdaten enthält.