Elf Tore in Stadlau: RB Jedlesee gewinnt gegen SC Kopten 6:5
Was für ein Abend in Stadlau: Vor 45 Zuschauern setzte sich RB Jedlesee in der 1. Klasse B gegen den SC Kopten mit 6:5 durch. Zur Pause hatte es noch 2:2 gestanden – danach ging es Schlag auf Schlag, mit wechselnden Führungen und einem späten Treffer, der die Spannung bis in die letzte Sekunde hielt.
Jedlesee erwischte den besseren Start. In der 10. Minute traf Milad Ghaleji nach einem Einwurf aus 17 Metern flach ins linke Eck zum 0:1. Fünf Minuten später erhöhte Benedikt Magnes nach Zusammenspiel mit Marko Vujasin auf 0:2.
Elf Tore und ständig neue Wendungen
SC Kopten ließ sich davon nicht abschütteln. Nach einem Foul an Minas Awad verwandelte Minas Roshdy in der 21. Minute den Elfmeter zum 1:2. Kurz vor dem Seitenwechsel erzielte Minas Awad nach einem langen Ball den Ausgleich zum 2:2.
Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, lag Jedlesee wieder vorne: David Grasl brachte die Gäste in der 47. Minute mit einem abgefälschten Schuss auf 2:3. Die Antwort kam umgehend. Martin Malty köpfte nach einer Ecke zum 3:3 ein.
In der 52. Minute drehte Kopten die Partie zunächst komplett. Kyrillos Girgis setzte sich im Solo durch und traf zum 4:3. Doch auch diese Führung hielt nicht. David Grasl verwandelte in der 69. Minute einen Strafstoß zum 4:4.
Die Schlussphase hatte dann fast schon etwas von einem offenen Scheunentor – nur mit elf Treffern statt Heu. Harjot Basra erzielte in der 76. Minute das 4:5, Robert Stefan erhöhte in der 85. Minute auf 4:6. Der eingewechselte Nnamdi Okalanwa verkürzte in der 90. Minute mit einem Schuss ins lange Eck noch auf 5:6.
Mehr gelang Kopten danach nicht mehr. RB Jedlesee brachte den knappen Auswärtssieg über die Zeit. Geleitet wurde die Begegnung von Reza Nabavi, Murat Daldagül und Nicolas Eischen. Beim SC Kopten war Daniel Stöger Trainer, bei RB Jedlesee Daniel Walter.
Der Spielbericht und die digitale Hürde
Der österreichische Fußball-Bund führt zur Begegnung SC Kopten gegen RB Jedlesee einen Online-Spielbericht. Der Zugriff auf die Website ist durch Anubis geschützt, um massenhaftes automatisiertes Abrufen durch KI-Unternehmen zu erschweren.
Anubis setzt dafür auf ein Proof-of-Work-Verfahren, ähnlich dem Konzept Hashcash, das ursprünglich zur Bekämpfung von E-Mail-Spam entwickelt wurde. Für einzelne Nutzer soll die zusätzliche Rechenlast gering bleiben, bei umfangreichem Scraping aber die Kosten erhöhen. Das System wird als vorläufige Lösung beschrieben, bis Verfahren zur Erkennung von Headless-Browsern verbessert sind. Als mögliche Erkennungsmerkmale nennt die Website unter anderem Unterschiede beim Rendern von Schriftarten.
Für Anubis sind moderne JavaScript-Funktionen nötig. Plugins wie JShelter können diese Funktionen deaktivieren; für die Website sollen solche Plugins daher deaktiviert werden.
Wo die 1. Klasse im österreichischen Fußball steht
Die 1. Klasse B ist Teil eines hierarchisch aufgebauten österreichischen Fußballsystems, in dem Auf- und Abstieg die Spielklassen miteinander verbinden. In der Saison 2022/23 umfasste dieses System rund 3.200 Mannschaften in 269 Ligen. Organisiert wird der Spielbetrieb vom Österreichischen Fußball-Bund und seinen neun Landesverbänden. Die Lizenzvergabe für Bundesliga und 2. Liga erfolgt durch den Verein Österreichische Fußball-Bundesliga.
Ganz oben steht die Admiral Bundesliga mit zwölf Profimannschaften, die um die österreichische Staatsmeisterschaft spielen. Nach einer Hin- und Rückrunde mit jeweils elf Heim- und Auswärtsspielen wird die Liga in Meistergruppe und Qualifikationsgruppe geteilt. Dort folgen jeweils fünf Heim- und fünf Auswärtsspiele, sodass jede Mannschaft insgesamt 32 Partien bestreitet – mögliche Europa-League-Play-off-Spiele ausgenommen. Der Letztplatzierte der Qualifikationsgruppe steigt ab, der Meister der 2. Liga auf.
Die 2. Liga ist die zweite bundesweite und ebenfalls professionelle Spielklasse. Ihre 16 Mannschaften treten jeweils zweimal gegeneinander an. Der Erstplatzierte steigt direkt in die Bundesliga auf, der Letztplatzierte und die beiden vorletzten Mannschaften gehen direkt in die jeweilige Regionalliga zurück.
Darunter folgt die Regionalliga als höchste österreichische Amateurklasse. Sie besteht aus den drei Staffeln Ost, Mitte und West mit jeweils 16 Mannschaften. Die Einteilung richtet sich ausschließlich nach der Zugehörigkeit zu einem Landesverband: Zur Regionalliga Ost gehören Wien, Niederösterreich und das Burgenland, zur Regionalliga Mitte die Steiermark, Oberösterreich und Kärnten einschließlich Osttirol, zur Regionalliga West Vorarlberg, Salzburg und Tirol.
Die Meister der Regionalligen Ost und Mitte steigen direkt in die 2. Liga auf. Im Westen wird im Herbst eine gemeinsame Regionalliga/Eliteliga ausgetragen; die beiden bestplatzierten Teams spielen im Frühjahr ein Eliteliga-Play-off um den Aufstieg. Amateurmannschaften von Profivereinen sind seit 2010/11 nicht aufstiegsberechtigt. Je nach Auf- und Abstieg aus der 2. Liga steigen pro Regionalliga zwischen einem und drei Vereinen ab – wegen der festen Verbandszuordnung können in einer Regionalliga mehr Vereine absteigen als in einer anderen.
Wiens Weg nach unten – und wieder hinauf
Die Landesligen bilden die vierte Spielklasse. In Wien ist das die Wiener Stadtliga, in Niederösterreich die 1. NÖN-Landesliga, im Burgenland die BVZ Burgenlandliga, in der Steiermark die Sparkassen Landesliga, in Oberösterreich die OÖ Liga, in Kärnten die Kärntner Liga, in Salzburg die Salzburger Liga, in Tirol die HYPO TIROL Liga und in Vorarlberg die Vorarlbergliga. Die jeweiligen Landesligameister steigen direkt in die zugehörige Regionalliga auf. Je nach Verbandszugehörigkeit steigen aus einer Regionalliga zwei bis fünf Vereine in die Landesligen ab.
Unterhalb dieser Ebene unterscheiden sich die Strukturen der Landesverbände. Im Burgenland folgen auf die Landesliga die II. Liga mit drei Staffeln sowie 1. und 2. Klasse. Kärnten hat zwei Unterliga-Staffeln und darunter 1. und 2. Klasse. Niederösterreich gliedert sich unterhalb der Landesliga in 2. Landesliga, Gebietsliga sowie 1., 2. und 3. Klasse. Oberösterreich führt Bezirksliga, 1. und 2. Liga, Salzburg 2. Landesliga, 1. Klasse und 2. Klasse. In der Steiermark liegen Oberliga, Unterliga, Gebietsliga und 1. Klasse darunter, in Tirol Gebietsliga, Bezirksliga sowie 1. und 2. Klasse. Vorarlberg hat die 1. bis 5. Landesklasse. In Wien folgen auf die Stadtliga 2. Landesliga, Oberliga, 1. Klasse und 2. Klasse.
Für Wien bedeutet das konkret: Die Wiener Stadtliga umfasst 16 Vereine, einen Absteiger und einen Aufsteiger. Die 2. Landesliga besteht ebenfalls aus 16 Vereinen, mit jeweils zwei Absteigern und zwei Aufsteigern. Darunter gibt es zwei Oberliga-Staffeln mit jeweils 14 Vereinen, zwei Staffeln in der 1. Klasse und eine 2. Klasse mit sechs Vereinen. Alle Ligen sind mit Reserveligen für 1b-Mannschaften gekoppelt. 2022/23 waren in Wien 202 Mannschaften gemeldet.
Auch die übrigen Verbände haben ihre eigenen Zuschnitte. Im Burgenland gibt es in der Landesliga 16 Vereine sowie drei Absteiger und drei Aufsteiger; die II. Liga spielt in den Staffeln Nord, Mitte und Süd mit 14 bis 16 Vereinen, 1. und 2. Klasse haben jeweils vier Staffeln. 2022/23 waren dort 321 Mannschaften gemeldet.
Kärntens Liga umfasste 17 Vereine, vier Absteiger und vier Aufsteiger. Die Unterliga spielte in zwei Staffeln mit 15 beziehungsweise 16 Vereinen, 1. und 2. Klasse hatten jeweils vier Staffeln. Gemeldet waren 223 Mannschaften. Niederösterreich kam auf rund 870 Mannschaften: 15 Vereine in der 1. NÖN-Landesliga, zwei Staffeln der 2. Landesliga mit jeweils 14 Vereinen, vier Gebietsliga-Staffeln, acht in der 1. Klasse und 18 in der 2. Klasse. Die Bezirksklasse Weinviertel kommt ohne Auf- und Abstieg aus.
Oberösterreich meldete rund 660 Mannschaften. Die OÖ Liga hatte 16 Vereine, zwei Absteiger und zwei Aufsteiger; darunter lagen zwei Landesliga-Staffeln mit jeweils 14 Vereinen, vier Bezirksliga-, acht 1.-Klasse- und zwölf 2.-Klasse-Staffeln. Mit Ausnahme von OÖ Liga und Landesliga West sind alle Ligen mit Reserveligen für 1b-Mannschaften gekoppelt, zusätzlich gibt es eine 2. Klasse für 1b-Teams.
Salzburg hatte 2022/23 insgesamt 185 Mannschaften gemeldet; sechs Ligen waren mit Reserveligen für 1b-Mannschaften gekoppelt. In der Steiermark zählte man 348 Mannschaften. Die Landesliga bestand aus 16 Vereinen, drei Absteigern und drei Aufsteigern, darunter gab es drei Oberliga-, sechs Unterliga-, sieben Gebietsliga- und neun 1.-Klasse-Staffeln. Auch junge Zweiermannschaften dürfen dort an regulären Bewerben teilnehmen, zusätzlich bestehen zwei Reserveligen für 1b-Teams.
Tirol kam auf 204 Mannschaften. Die Regionalliga Tirol umfasste zwölf Vereine, zwei Absteiger und zwei Aufsteiger, die Tirol Liga 16 Vereine, ebenfalls mit zwei Absteigern und zwei Aufsteigern. Landesliga, Gebietsliga und Bezirksliga bestanden jeweils aus West- und Oststaffel; die 1. Klasse war in West und Ost geteilt, die 2. Klasse in West, Mitte und Ost. 1b-Teams dürfen an regulären Bewerben teilnehmen, daneben gibt es drei Reserveligen.
Vorarlberg meldete 117 Mannschaften. Die Eliteliga hatte 14 Vereine, zwei Absteiger und zwei Aufsteiger. Vorarlbergliga, Landesliga sowie 1., 2. und 3. Landesklasse umfassten jeweils 14 Vereine. Die 4. Landesklasse bestand ebenfalls aus 14 Vereinen und hatte zwei Absteiger und zwei Aufsteiger, die 5. Landesklasse aus den Staffeln Oberland und Unterland. Alle 1b-Teams nehmen an regulären Bewerben teil.
Die Zuständigkeit der Landesverbände entspricht grundsätzlich den Bundesländern, kennt aber geografische Ausnahmen: Osttirol gehört zum Kärntner Fußballverband und damit zur Regionalliga Mitte. Vereine aus oberösterreichischen Grenzregionen können dem Salzburger oder niederösterreichischen Verband angehören.
Neben dem Großfeldfußball gibt es in Österreich Kleinfeldvarianten. Zahlreiche Kleinfeldligen organisiert der Österreichische Kleinfeld Fußball Bund, daneben bestehen weitere Hobbyligen – darunter die Schnüsel League. In Stadlau war an diesem Abend allerdings das Großfeld die Bühne, und nach 90 Minuten hatte RB Jedlesee dort um genau ein Tor mehr.
