Es ist Sommer in Wien und die Temperaturen steigen. Viele zieht es jetzt nach draußen – ins Grüne, an die Donau oder in die Parkanlagen der Stadt. Doch während wir die Natur genießen, sollten wir auch auf die kleinen, aber gefährlichen Mitbewohner achten: die Zecken. Diese kleinen Spinnentiere sind in Wien weit verbreitet, insbesondere im Wienerwald, auf der Donauinsel und in den vielen Parks der Stadt. Sie sind zwar klein, können aber große Probleme verursachen, denn sie übertragen Krankheiten wie FSME und Borreliose, die nicht zu unterschätzen sind. Ein kurzer Blick auf die Fakten kann helfen, die Gefahren richtig einzuschätzen. Hier erfahren Sie mehr über die Mythen rund um Zeckenstiche und wie Sie sich schützen können.

Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass es sich um einen Zeckenbiss handelt – tatsächlich sprechen wir von einem Zeckenstich. Zecken halten sich nicht in Bäumen auf, sondern verstecken sich vorwiegend im hohen Gras, in Büschen oder im Unterholz. Besonders oft sind sie an Körperstellen wie Kniekehlen, Achselhöhlen, Leisten, Gesäßfalten und Kopfhaut zu finden. Wenn Ihnen eine Zecke zu nahe kommt, ist es wichtig, sie schnell zu entfernen. FSME-Viren können sofort übertragen werden, bei Borreliose steigt das Risiko erst nach 12-24 Stunden. Eine schnelle Entfernung mit einer Zeckenkarte oder einer feinen Pinzette ist empfehlenswert. Öl oder Klebstoff sind überflüssig. Wenn Sie um die Stichstelle eine Rötung bemerken, sollten Sie diese mit einem Kugelschreiber einkreisen, um den Verlauf zu beobachten. Und ganz wichtig: Wenn nach ein bis zwei Wochen nach dem Stich Fieber oder starke Kopfschmerzen auftreten, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.

Prävention und Schutz

Um sich effektiv zu schützen, empfehlen Experten das Tragen langer Kleidung und die Anwendung von Zeckenabwehrsprays. Der Gemeine Holzbock, die häufigste Zeckenart in Europa, befällt auch Hunde, wechselt aber normalerweise nicht auf Menschen. Umso wichtiger ist es, die eigenen Kinder zu schützen, die durch ihre häufigen Aktivitäten im Freien besonders gefährdet sind. In einer Auswertung von FSME-Erkrankungen wurde bei Kindern in etwa 25% der Fälle ein schwerwiegender Verlauf festgestellt, während es bei Erwachsenen 50% waren. Ein schwerwiegender Verlauf ist zwar selten, jedoch nicht vorhersehbar. Die beste Prävention gegen FSME ist die Impfung – eine Auffrischung wird alle fünf Jahre empfohlen. Auch im Herbst ist es sinnvoll, sich impfen zu lassen, da Zecken fast das ganze Jahr über aktiv sind.

Die FSME-Impfung ist wichtig, denn sie ist der einzige wirksame Schutz gegen diese gefährliche Krankheit. Die Impfung wird bereits für Kinder ab einem Jahr empfohlen. In Risikogebieten, also auch in Teilen Österreichs, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Impfung. Es ist jedoch ratsam, vorab mit einem Arzt zu sprechen. Nach der Impfung können vorübergehende Nebenwirkungen auftreten, wie Fieber oder Schmerzen an der Impfstelle, die in der Regel mild sind. Die Symptome einer FSME-Infektion sind grippeähnlich und können zu schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen führen.

Zecken und ihre Krankheiten

Was viele vielleicht nicht wissen: FSME wird durch Viren im Speichel der Zecke übertragen, während Borreliose durch Bakterien im Darm der Zecke verursacht wird. In Deutschland liegt die Wahrscheinlichkeit, nach einem Zeckenstich an Borreliose zu erkranken, bei 1,5 bis 6%. Die Symptome für FSME sind grippeartige Beschwerden, Fieber, Lichtscheue und Schwindel. Borreliose hingegen kann in verschiedenen Stadien verlaufen und zeigt Symptome wie Hautrötung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Daher ist es ratsam, sich regelmäßig über Zecken und die damit verbundenen Gefahren zu informieren.

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Gerade in dieser Jahreszeit, in der viele von uns die Natur genießen, ist es wichtig, auf sich und seine Mitmenschen zu achten. Ein paar einfache Schutzmaßnahmen können helfen, um die Sommerzeit unbeschwert zu genießen. Bleiben Sie wachsam und schützen Sie sich und Ihre Familie!

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