Heute ist der 8.05.2026, und wir werfen einen Blick zurück auf einen der mysteriösesten und beunruhigendsten Ausbrüche von Hantavirus-Infektionen, der nicht nur in Österreich, sondern weltweit für Aufsehen sorgte. Im Sommer 2003 kehrte Erich Hohenberger, der Bezirksvorsteher in Wien-Landstraße, aus seinem Urlaub in Kärnten zurück und spürte schon bald, dass etwas nicht stimmte. Nach einem Fußballspiel wurde er plötzlich von Unwohlsein übermannt. Was folgte, war ein dramatischer Verlauf mit Fieberanfällen, die zwischen 38 und 41 Grad schwankten. Nur zwölf Tage nach seiner Rückkehr landete er in der Klinik Landstraße und zwei Tage später bereits im künstlichen Tiefschlaf. Sein Zustand war kritisch, er verbrachte drei Monate im Krankenhaus und war zwei Tage lang in akuter Lebensgefahr. Die Diagnose: Hantavirus, wahrscheinlich beim Pilzesammeln infiziert.

Hantaviren sind keine Neuheit, sie sind weltweit verbreitet und werden durch Rötelmäuse übertragen. Ihr Kot kann das Virus enthalten, was beim Menschen zu schweren Erkrankungen führen kann. Der Fall Hohenberger ist jedoch nicht isoliert. In letzter Zeit erlangten Hantavirus-Infektionen aufgrund eines Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ internationale Aufmerksamkeit. Dort starben drei Passagiere, darunter ein Brite, und mehrere andere erkrankten. Die Reise begann im März in Argentinien und führte zu mehreren Destinationen, während ein 70-jähriger Niederländer am 6. April das erste Todesopfer war. Seine Frau erkrankte ebenfalls und verstarb am 26. April. Ein drittes Todesopfer war eine deutsche Frau, die am 2. Mai starb. Fünf weitere Personen, unter ihnen ein Schweizer und ein britischer Arzt, erlitten schwerwiegende Symptome.

Die Gefahren des Hantavirus

Das Hantavirus gehört zur Familie der Hantaviridae und kommt in verschiedenen Formen vor, wie dem Puumala-Virus, das in Österreich am relevantesten ist. In der Regel werden jährlich etwa 25 Fälle in Österreich gemeldet. Die Symptome reichen von mild bis lebensbedrohlich und können hohes Fieber sowie Nierenschäden umfassen. Hohenberger benötigte sogar sechs Jahre nach seiner Infektion eine Nierentransplantation. Es ist bemerkenswert, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch extrem selten ist, aber unter bestimmten Umständen dennoch vorkommen kann.

Ein Virologe, Norbert Nowotny, betont, dass Hantavirus-Infektionen in Österreich selten schwer verlaufen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat umfassende Ratgeber veröffentlicht, die aktuelle Informationen zu Hantaviren bieten. Diese Ratgeber, die auf § 4 des Infektionsschutzgesetzes basieren, richten sich an Fachkreise, einschließlich Ärztinnen und Ärzten sowie dem Öffentlichen Gesundheitsdienst. Interessanterweise sind Hantaviren RNA-Viren, die in der Größe zwischen 80 und 120 nm variieren und drei ringförmige Nukleokapside enthalten. Die geografische Verteilung der Viren hängt stark von den Reservoirwirten ab, in Deutschland sind es vor allem die Rötelmaus und die Brandmaus.

Prävention und Behandlung

Die Übertragung des Hantavirus erfolgt hauptsächlich durch das Einatmen von kontaminierten Aerosolen oder den Kontakt mit kontaminierten Materialien. Eine Inkubationszeit von zwei bis vier Wochen ist typisch, aber in Ausnahmefällen kann sie bis zu 60 Tage dauern. Oft verlaufen Hantavirus-Infektionen asymptomatisch oder mit unspezifischen Symptomen. Die Hauptkrankheitsbilder sind das hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) und das Hantavirus-induzierte pulmonale Syndrom (HPS). Die Letalität variiert, wobei PUUV-Infektionen unter 0,1 % liegen, während andere Varianten deutlich höhere Werte aufweisen können.

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Eine gezielte Therapie existiert nicht, die Behandlung ist symptomatisch und in schweren Fällen kann eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich sein. Die Prävention spielt eine entscheidende Rolle, insbesondere die Vermeidung von Kontakten mit Nagetier-Ausscheidungen. Das RKI empfiehlt Expositionsprophylaxe als beste Maßnahme.

Erich Hohenberger hat nach seiner Genesung seine Fußballleidenschaft wieder aufgenommen und spielt aktiv. Sein Fall erinnert uns daran, wie wichtig es ist, sich der Gefahren des Hantavirus bewusst zu sein und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Der Hantavirus bleibt ein ernstzunehmendes Thema, das sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene Aufmerksamkeit erfordert.