Groß Gerungs setzt auf Glasfaser, Gesundheitsversorgung und regionale Vernetzung
In Groß Gerungs stehen Digitalisierung, Gesundheitsversorgung, Straßenbau, Wirtschaft, Tourismus und Trinkwasser ganz oben auf der kommunalen Tagesordnung. Bürgermeister Christian Laister (ÖVP) verweist dabei auf mehrere Vorhaben, die im Alltag der Stadt spürbar werden sollen.
Das FTTH-Glasfasernetz ist seit Jahresbeginn vollständig in Betrieb. Die technische Hardware gehört der Gemeinde. Damit sollen Abhängigkeiten verringert und die eigenständige Weiterentwicklung erleichtert werden. Profitieren sollen Haushalte, Unternehmen, Tourismusbetriebe sowie Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.
Neue Räume für Medizin, Bildung und Betriebe
Auch bei der medizinischen Versorgung gibt es Verstärkung: Der neue Allgemeinmediziner David Wittmann ist in Groß Gerungs tätig. Rund 1,7 Millionen Euro flossen in das ehemalige Volksbank-Gebäude. Künftig sollen dort zusätzlich Räume für Therapeuten buchbar sein. Das Dachgeschoss ist für die Volkshochschule vorgesehen und soll multifunktional genutzt werden können.
Auf dem früheren Betriebsgelände der Firma Zauner hat sich die Firma Hasenöhrl angesiedelt. Im Betriebsgebiet Dietmanns stehen weitere Flächen für interessierte Unternehmen bereit. Und am Hauptplatz plant die Sparkasse einen Umbau: Vorgesehen sind Wohnungen, Beherbergungsmöglichkeiten und eine Unterkunft für die Caritas.
Im Ortsgebiet wurde außerdem eine Engstelle beseitigt. Die Stadtdurchfahrt erhielt eine neue Asphaltdecke. Das soll den Verkehrsfluss verbessern, für mehr Übersicht sorgen und die Sicherheit von Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern erhöhen. Nicht spektakulär, aber genau solche Dinge merkt man oft am schnellsten.
Landesausstellung soll Region verbinden
Die Landesausstellung 2028 in Gmünd könnte zusätzliche Besucher und Aufmerksamkeit ins Waldviertel bringen. Davon könnten Beherbergungsbetriebe, Gastronomie und regionale Angebote profitieren. Zehn Gemeinden entlang der Waldviertelbahn bewerben sich gemeinsam – vom Abschnitt zwischen Groß Gerungs, Gmünd und Litschau.
Geplant ist ein kulturtouristisches Gesamterlebnis mit Gmünd als Hauptstandort. Die Bürgermeister Helga Rosenmayer (Gmünd), Rainer Hirschmann (Litschau) und Christian Laister (Groß Gerungs) wollen die Region unter dem Leitspruch „Da wo alles miteinander verbunden ist“ nachhaltig vernetzen. Eine Landesausstellung soll langfristig zusätzliche Wertschöpfung in der gesamten Region schaffen.
In das Konzept sollen regionale Akteure, Institutionen und bestehende Angebote einfließen. Die Region bringt kulturelle Angebote und Festivals, Ausflugsziele, eine traditionsreiche Teichlandschaft, Schwerpunkte in Nachhaltigkeit und Innovation sowie eine bewegte historische Vergangenheit mit. Die Waldviertelbahn soll als historische Verbindungslinie und „roter Faden“ der künftigen Regionalentwicklung dienen.
Als Hauptstandort ist das sanierungsbedürftige historische Palmenhaus in Gmünd vorgesehen; es soll saniert und erweitert werden. Neben Gmünd und den Kopfbahnhof-Gemeinden Litschau und Groß Gerungs sollen Bad Großpertholz, Brand-Nagelberg, Großdietmanns, Langschlag, St. Martin, Unserfrau-Altweitra und Weitra wichtige Rollen übernehmen.
Das finale Einreichkonzept soll in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Die Bewerbungsunterlagen sollen bis Mitte April 2024 beim Land Niederösterreich eingereicht werden. Als Beispiele für regionale Zusammenarbeit gelten die Bewerbung zur Landesausstellung 2017 und das Bezirksfest „100 Jahre Niederösterreich“ im Jahr 2022. Im Fall eines Zuschlags sind gezielte Investitionen vorgesehen, die die kommunale, kulturelle und touristische Entwicklung des nördlichen Waldviertels fördern sollen.
Trinkwasser und Glasfaser als Daueraufgaben
Bei der Trinkwasserversorgung arbeitet die Gemeinde an einer langfristigen Absicherung. Geprüft wird ein möglicher Anschluss an die EVN-Wasserleitung von Zwettl. Hintergrund sind mögliche schwankende Niederschläge, längere Trockenperioden und ein steigender Bedarf. Gesucht wird eine breitere und verlässlichere Versorgungsgrundlage.
Wie stark das Thema Glasfaser inzwischen über einzelne Gemeinden hinausreicht, zeigt ein weiteres Waldviertler Projekt. Acht Gemeinden haben sich zur FTTH Kernland Kampseen Projekt GmbH zusammengeschlossen: Albrechtsberg an der Großen Krems, Gföhl, Lichtenau, Jaidhof, Weinzierl am Walde, Sallingberg, Rastenfeld und Großgöttfritz.
Gemeinsam mit der nöGIG soll in einem zweiten Ausbauschritt weiteren Haushalten ein NÖ-Glasfaseranschluss ermöglicht werden. Der flächendeckende Ausbau kann starten, wenn in den festgelegten Gebieten mindestens 45 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner einen Infrastrukturvertrag mit der FTTH Kernland-Kampseen Projekt GmbH abschließen und sich verpflichten, ab Herstellung des Anschlusses einen Internetdienst zu nutzen.
Bei einer Bestellung bis 30. März 2025 kostete die Errichtung des Anschlusses 300 Euro. Eine Informationsveranstaltung am 7. Jänner 2025 in Rastenfeld besuchten rund 60 Personen. Die nöGIG informierte über Bestellung, Bauarbeiten, Anschlussherstellung und mögliche Internetanbieter. Weitere Termine waren für den 14. Jänner 2025, 19:00 Uhr, im Stadtsaal Gföhl, Hauptplatz 3, 3542 Gföhl, für den 10. Februar 2025, 19:00 Uhr, im Kindergarten, Bewegungsraum, Jaidhof 11, 3542 Jaidhof, sowie für den 12. Februar 2025, 19:00 Uhr, im Mehrzwecksaal, Grainbrunn 40, 3524 Sallingberg, angesetzt.
Zusätzlich sollten Glasfaserbotschafterinnen und -botschafter im Ausbaugebiet über das Projekt informieren und Fragen beantworten. Einen Glasfaseranschluss können private Haushalte und Betriebe bestellen. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten werden im betreffenden Artikel genannt, eine konkrete Internetadresse oder weitere Kontaktdaten enthält er jedoch nicht.
