Pergs Stadtkapelle holt in der Höchststufe E die Tagesbestwertung mit 96,5 Punkten
In Perg wird am Samstag, 21. November 2026, wieder Konzertkleidung aus dem Schrank geholt: Die Stadtkapelle lädt im Veranstaltungszentrum „Die Turnhalle“ zum traditionellen Cäcilienkonzert. Rund 70 Musikerinnen und Musiker bringen anspruchsvolle Konzertliteratur ebenso auf die Bühne wie traditionelle und moderne Blasmusik.
Ein musikalischer Schwerpunkt ist „La Mezquita de Córdoba“ von Julie Giroux. Mit dem Werk nahm die Stadtkapelle bei der Konzertwertung im Donausaal Mauthausen teil und erreichte 96,5 Punkte – die Tageshöchstwertung, eine Goldmedaille und eine Auszeichnung in der Höchststufe E. Kapellmeister Thomas Asanger beschreibt das Stück als musikalische Darstellung der Kathedrale von Córdoba.
Monumentale Klänge und eine historische Melodie
Auch „Praise Jerusalem“ von Alfred Reed steht auf dem Programm. Die monumentale Komposition basiert auf einer armenischen Osterhymne aus dem 7. Jahrhundert. Die Stadtkapelle will daran zeigen, welche Klangmöglichkeiten ein modernes Blasorchester aus einer historischen Melodie herausarbeiten kann.
Daneben erklingen weitere traditionelle und moderne Blasmusikstücke. Für Nachwuchs auf der Bühne sorgt das gemeinsame Jugendorchester von Perg, Pergkirchen und Windhaag: die „P&P Youngstars“ treten ebenfalls auf.
Die Wertung in Mauthausen hatte für Perg einiges an Spannung zu bieten. Unter Thomas Asanger präsentierte die Kapelle drei Wertungsstücke: „Fanfare for Century“ von Thomas Asanger, „Le Mezquita de Cordoba“ und „The Ghost Ship“. Perg tritt in der höchsten Wertungsstufe E an. In Österreich spielen derzeit 17 von rund 2.000 Musikkapellen in dieser Stufe.
Elf Vereine vor der Jury
Elf Musikvereine stellten sich der Jury, darunter acht aus dem Bezirk Perg. Den Register-Sieg holten die Klarinettisten des Musikvereins Gaspoltshofen. Als bester Solist wurde der 18-jährige Simon Aigner vom Musikverein Waldhausen ausgezeichnet, der am Tenorhorn überzeugte.
Aigner begann seine musikalische Ausbildung in der Früherziehung bei Doris Grufeneder. Von 2014 bis 2023 erhielt er Unterricht bei Wolfgang Rosetnhaler, seit 2024 wird er von Tobias Zeiser unterrichtet.
Aus dem Bezirk Perg erreichte Münzbach in der Wertungsklasse A unter Kapellmeister Martin Achleitner 87,50 Punkte und eine Silbermedaille. Der Verein nahm nach mehr als zehn Jahren erstmals wieder an einer Konzertwertung teil.
In der Klasse B erspielte St. Georgen am Walde unter Cornelia Andraschko 91,17 Punkte und Gold. Mauthausen und Luftenberg kamen unter Ute Großauer auf 87 Punkte und Silber.
In der Klasse C holte Waldhausen unter Manuel Schachinger mit 93,5 Punkten Gold. Ebenfalls Gold gab es für Baumgartenberg unter Georg Palmanshofer mit 91,67 Punkten und für Pabneukirchen unter Erwin Haderer mit 91,33 Punkten. Allerheiligen erreichte unter Karin Schützenhofer 89 Punkte und eine Silbermedaille.
In der Wertungsstufe E kam Perg unter Thomas Asanger auf 96,5 Punkte und Gold. Bei den Gastvereinen erreichte Gaspoltshofen in der Wertungsstufe D unter Josef Söllinger 94,67 Punkte und Gold. Die Junior Combo Kollmitzberg erspielte in der Wertungsstufe J 93,33 Punkte und ebenfalls Gold. Das Voestalpine Blasorchester nahm ohne Wertung teil.
Durch das Programm führte Bezirksobmann-Stellvertreter Stefan Oberfichtner. Die Siegerehrung nahmen Bezirkskapellmeister Erwin Haderer und Juryvorsitzender Gottfried Reisegger vor. Organisiert wurde die Veranstaltung vor Ort vom Musikverein Mauthausen; neben Reisegger gehörten Andreas Ziegelbäck und Werner Parzer der Jury an.
Was bei einer Konzertwertung zählt
Die Konzertwertung folgt klaren Regeln. Das Programm besteht aus einem Pflichtstück der entsprechenden Leistungsstufe oder höher, einem Selbstwahlstück der entsprechenden Leistungsstufe oder höher sowie einem Schwerpunktstück, das vom Landes- oder Bezirksverband festgelegt wird. Eines der drei Stücke muss von einem österreichischen Komponisten oder einer österreichischen Komponistin stammen.
Nach der Anmeldung prüft der Bezirkskapellmeister beziehungsweise die Bezirkskapellmeisterin, ob die Vorgaben eingehalten werden. Ist das nicht der Fall, kann die Jury den Auftritt nicht bewerten; zuständig für die Aufsicht ist der Juryvorsitz. Ein Jury-Feedback bleibt trotzdem möglich. Bei mehrsätzigen Werken müssen grundsätzlich alle Sätze des ausgewählten Werks gespielt werden. Für die Kategorien „Feedback“ und „Jugend“ gibt es keine Programmvorgaben, dort können die Werke frei gewählt werden.
Bewertet werden unter anderem Intonation, Klang, Transparenz, Spieltechnik und Rhythmik, Artikulation, Zusammenspiel, Dynamik, Tempo, Phrasierung sowie Kommunikation und Bühnenpräsenz. Die Richtlinien, Erläuterungen und der Leitfaden für Jurorinnen und Juroren gelten seit 1. Februar 2025.
Die fünf Leistungsstufen heißen A, B, C, D und E. Für 70,0 bis 74,9 Punkte gibt es die Auszeichnung „mit Erfolg teilgenommen“, 75,0 bis 81,9 Punkte entsprechen einer Bronze-Medaille, 82,0 bis 89,9 einer Silber-Medaille und 90,0 bis 100,0 einer Gold-Medaille. Auf der Website stehen Schwerpunkt- und Pflichtstücke für mehrere Zeiträume zum Download bereit: Schwerpunktstücke 2027, Schwerpunktstücke 2026/27, Pflichtstücke 2026/27, Schwerpunktstücke 2024, Pflichtstücke 2024/25 sowie Pflichtstücke 2021/22 und 2019/20.
