Oberösterreich-Derby mit Vorgeschichte: Ried empfängt den angeschlagenen LASK
In Ried steht heute Abend das Oberösterreich-Derby an: Die SV Ried empfängt den LASK um 19:30 Uhr. Für den LASK ist es das letzte Ligaspiel vor der Länderspielpause – und nach dem 4:0 gegen Slovan Bratislava in der Champions League soll nun auch der Ligaalltag wieder funktionieren. Kapitän Sascha Horvath forderte genau diesen Schalter: Nach dem Europacupspiel müsse man wieder umschalten.
Leicht wird das nicht. In den vergangenen vier Liga-Auswärtsspielen in Ried blieb der LASK sieglos. Von den letzten sechs Liga-Duellen gegen die Innviertler gewann der Titelverteidiger überhaupt nur eines, vier Partien endeten unentschieden. Ried ist seit sechs Runden ungeschlagen, holte dabei unter anderem Punkte gegen Salzburg und Sturm Graz und liegt aktuell vier Zähler vor dem siebenten WSG Tirol auf einem Top-Sechs-Platz.
Ein Cup-Abend, der lange nachwirkt
Erst vor zehn Tagen hatten sich beide Mannschaften im Achtelfinale des UNIQA ÖFB-Cups gegenübergestanden. Der als Double-Sieger favorisierte LASK war nach einer Niederlage gegen Red Bull Salzburg und angesichts eines engen Spielplans mit zwei Champions-League-Partien voraussichtlich rotationsbedingt gefordert. Ried war damals seit sechs Pflichtspielen ungeschlagen und hatte zuletzt in der Bundesliga gegen Sturm Graz remis gespielt. Das bis dahin letzte Bundesliga-Duell Mitte August hatte der LASK noch mit 4:1 gewonnen.
Im Cup wurde es dann ein Fußballabend mit ordentlich Achterbahn: Moegamat Yusuf Maart brachte Ried in der 36. Minute mit 0:1 voran, Dejan Radonjic erhöhte in der 47. Minute auf 0:2. Alemao verkürzte in der 51. Minute, ehe Maart in der 76. Minute erneut traf – 1:3. Robert Ljubicic machte es in der 84. Minute mit dem 2:3 wieder spannend, Xavier Mbuyamba glich in der 90.+3 Minute zum 3:3 aus.
In der Verlängerung kippte die Partie schließlich doch noch: Moses Usor erzielte in der 111. Minute das 4:3 für den LASK, Samuel Adeniran erhöhte in der 120. Minute auf 5:3. Philipp Pomer traf in der 120.+2 Minute noch zum 5:4. Der Titelverteidiger verhinderte das Ausscheiden also nur knapp. Der Bericht zu diesem Cup-Krimi wurde am 28. Oktober 2026 in Linz veröffentlicht.
LASK unter Druck, Ried mit breiter Brust
Tabellarisch steht der LASK als Dritter solide da, acht Punkte fehlen allerdings auf Spitzenreiter Rapid. Für den Champions-League-Teilnehmer sind weitere Liga-Aussetzer daher unerwünscht. Trainer Dietmar Kühbauer erwartet ein enges, umkämpftes Derby. Das Weiterkommen im Cup bezeichnete er als wichtigen Schritt, zugleich dürfte er die Offensive erneut verändern.
Rieds Sportdirektor Lukas Brandl spricht von einer positiven Momentaufnahme. Seine Mannschaft wolle variabel und selbstorganisiert auftreten, sich defensiv weiter stabilisieren und dabei eine ihrer bewährten Waffen einsetzen: Standardsituationen. Brandl erwartet ein emotionales „David-gegen-Goliath“-Duell und lobt Trainer Mario Despotovic, der selbst mit viel Arbeit rechnet. Es werde intensiv, mit viel Kampf und Emotionen. Bei Ried fehlt nur der langzeitverletzte Alessandro Goiginger, alle anderen Spieler sind einsatzbereit.
Auch der Blick auf die Zahlen macht die Sache für den LASK nicht gemütlicher. Ried hat zuletzt Stabilität gezeigt, der LASK muss nach mehreren englischen Wochen die Beine und den Kopf gleichermaßen frisch bekommen. In Ried riecht es heute Abend jedenfalls nach Derby – und nach einer Partie, in der ein einziger Standard, ein verlorener Zweikampf oder ein später Laufweg den ganzen Abend drehen kann.
Lustenau und GAK suchen den Ausweg
Schon um 17:00 Uhr spielen Austria Lustenau und der GAK gegeneinander. Beide kommen nach mehreren deutlichen Niederlagen daher. Lustenau verlor zuletzt 1:5 gegen Salzburg, davor ebenfalls 1:5 gegen Rapid, 0:4 gegen den LASK und 3:4 gegen Hartberg. Der GAK wartet seit fünf Runden auf einen Sieg und musste sich zuletzt Hartberg mit 0:4 geschlagen geben.
Lustenaus Trainer Markus Mader erwartet ein intensives, kampfbetontes Spiel. Über Kampf, Mentalität und Leidenschaft sollen beide Mannschaften zurück in ihr Spiel finden. Viel Selbstvertrauen ist freilich auf keiner Seite übrig: Beide Trainer stellten fest, dass ihre Teams zuletzt zu viele Gegentore kassiert hätten.
Mit einem Heimsieg könnte Lustenau am derzeit achtplatzierten GAK vorbeiziehen. Der letzte GAK-Erfolg gelang Mitte September auswärts bei Altach. Gegen Lustenau fehlen die gesperrten Alexander Hofleitner und Peter Michorl.
GAK-Trainer Gerald Scheiblehner verwies trotzdem auf die zuvor gute Phase seiner Mannschaft und bezeichnete die hohen Niederlagen als Rückschläge in der Entwicklung. Er kündigte personelle und taktische Änderungen an. Der GAK wolle weniger Risiko eingehen und häufiger über Umschaltsituationen zum Erfolg kommen. Zwei Spiele, zwei Baustellen – und für alle Beteiligten ein Samstag, an dem man sich nicht lange verstecken kann.
