Vom „Discokönig“ zum Prediger: Andreas Schutti berichtet am 7. November im TuK Vonwiller in Haslach über seinen Weg zu Gott. Veranstalter ist die Freie Christengemeinde Rohrbach. Schutti spricht dabei nach Angaben des Artikels über früheren Größenwahn, seine Sex- und Pornosucht sowie den Drang nach Erfolg und Anerkennung.

Sein Leben nahm einst in ärmlichen Verhältnissen in Oberösterreich seinen Anfang. Später betrieb Schutti erfolgreich Diskotheken. Prominente kamen in seine Lokale, unter ihnen legte auch DJ Ötzi auf. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere besaß Schutti zehn Großraumdiskotheken, beschäftigte 500 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 50 Millionen Euro.

Das Ende des Discokönigs

2005 zeigte ihn ein ehemaliger Mitarbeiter an. Das Finanzamt erhob laut Schutti den Vorwurf einer Steuerhinterziehung in Höhe von 60 Millionen Euro. Haftbefehle gegen ihn seien abgewiesen worden – rückblickend bezeichnete er gerade das als entscheidend für seine Veränderung.

Innerhalb von zwei Jahren gab Schutti alle seine Diskotheken ab. Das Finanzstrafverfahren beendete sein Leben als Discokönig und leitete nach seiner Darstellung eine innere Kehrtwende ein. Das Verfahren dauerte mehr als zehn Jahre und belastete ihn stark: Er musste jederzeit mit einer Haftstrafe rechnen. Selbst auf seine Kinder blickt er mit gemischten Gefühlen. Er hoffe, dass sie keine Diskothek eröffnen wollten, verhindern könne er das aber nicht.

Auf der Suche nach Halt beschäftigte sich Schutti unter anderem mit Feng-Shui, Buddhismus, Astrologie und Esoterik. In der Bibel fand er nach eigener Aussage schließlich Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Heute ist er Prediger, spricht über seine persönliche Beziehung zu Gott und reist durch das Land, um von seinen Erfahrungen zu erzählen.

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Vortrag in Haslach, Gottesdienst in Rohrbach-Berg

Seine persönliche Beziehung zu Gott unterscheidet Schutti von einer Religionsausübung, die aus seiner Sicht vor allem von Regeln und Verboten geprägt ist. Als Bild dafür nennt er die biblische Geschichte vom verlorenen Sohn: Ein junger Mann fordert seinen Erbanteil, zieht in ein fernes Land, verbraucht sein gesamtes Vermögen und landet während einer Hungersnot als Schweinehüter in bitterer Armut. Als er seine Lage erkennt und zum Vater zurückkehrt, läuft dieser ihm entgegen, umarmt und küsst ihn.

Der Vater nimmt den Sohn trotz dessen gescheitertem Lebensweg wieder auf, lässt ihm das beste Gewand, einen Ring und Schuhe bringen und veranstaltet ein Fest. Der ältere Sohn ärgert sich darüber, weil er seinem Vater stets gedient hat und sich benachteiligt fühlt. Der Vater erklärt ihm, dass er immer bei ihm sei und alles, was dem Vater gehört, auch ihm gehöre – dennoch solle er sich freuen, weil sein Bruder verloren gewesen und wiedergefunden worden sei.

Schutti erhält nach dem Vortrag jeder Besucher eines seiner Bücher kostenlos. Am Sonntag, 8. November, spricht er außerdem um 10 Uhr beim Gottesdienst der Freien Christengemeinde in Rohrbach-Berg, Stadtplatz 14.

Glaube, Rettung und ein Lied im Ohr

Auf seiner Website wird Jesus als „Weg“, „Wahrheit“ und „Leben“ bezeichnet; durch ihn komme der Mensch zum Vater. Wer Jesus vertraue und an ihn glaube, habe ewiges Leben und werde nicht zugrunde gehen. Jesus wird dort als Sohn Gottes sowie als Retter und Erlöser der Menschen beschrieben, außerdem als „Friedefürst“.

Gerade Sportler und Fußballspieler schreiben Jesus Unterstützung und Stärke zu, heißt es dort. Bei Erfolgen werde er gefeiert, in Niederlagen und schwierigen Zeiten als Beistand gesehen. Man könne sich jederzeit an Jesus festhalten.

Der Römerbrief stellt dabei den Glauben über die eigenen Leistungen: Ein Mensch werde aufgrund seines Glaubens und nicht aufgrund seiner Taten gerecht gesprochen. Gott zeige, wie Menschen vor ihm bestehen können, unabhängig vom Gesetz, und spreche jeden frei und nehme jeden an, der an Jesus Christus glaube. Alle Menschen gelten als Sünder; Gottes Anerkennung könne sich niemand durch eigene Leistungen verdienen. Die Annahme durch Gott wird als Geschenk beschrieben, möglich durch die Erlösung Jesu Christi.

Jesus habe am Kreuz für die Schuld der Menschen gelitten. Gott habe zuvor Geduld mit den Sünden der Menschen gehabt und vergebe ihnen nun ihre Schuld. Niemand könne sich vor Gott aufgrund eigener Leistungen rühmen. Die Rechtfertigung erfolge nicht wegen guter Taten, sondern durch Vertrauen auf Jesus Christus – für Juden ebenso wie für Angehörige anderer Völker. Der Glaube schaffe das Gesetz Gottes nicht ab, sondern bringe es neu zur Geltung.

Der Autor der Website erklärt, sich selbst im Gleichnis vom verlorenen Sohn wiedererkannt zu haben. Zuvor habe er vergeblich nach innerem Frieden gesucht. Die Geschichte habe in ihm einen „Frieden, der nicht von dieser Welt war“, ausgelöst und ihn überzeugt, Gott zu folgen. Diese Entscheidung bezeichnet er als die beste seines Lebens.

Als hilfreiche Lieder nennt er „Vielleicht“ von den Söhnen Mannheims, „Ich kenne nichts“ und „Führ mich ans Licht“ von Xavier Naidoo sowie „Happy Day“ und „Break Every Chain“ von Jesus Culture. Ein Abend über Aufstieg, Absturz, Glauben – und vermutlich auch über das, was dazwischen im Bauch liegen bleibt.